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CIVIL WAR 1

Collateral Damage

Das juvenile Superheldenteam New Warriors befindet sich in Stamford, im Bundesstaat Conneticut, bei einem wichtigen Einsatz.
Sie wollen eine Gruppe von untergetauchten Superschurken einfangen – marketingtreu und mit viel Publicity im Fernsehen für ein Millionenpublikum übertragen, da die Gruppe über eine eigene Reality-Show verfügt, in der sie kleine Fische für die Zuschauer einfangen und dingfest machen.

Zwar macht sich Skepsis bei den jungen Helden breit, doch sie werden unglücklicherweise erkannt, sie fliegen auf - ihnen bleibt nichts anderes übrig als zuzuschlagen.

Nun, hier macht die Gruppe einen erheblichen Fehler – die Schurken, besonders einer von ihnen, offenbaren ein weitaus explosiveres Potenzial als gedacht: Nitro, ein lebender Sprengkörper, detoniert sich wirkungsvoll selbst in die Luft, unmittelbar von einer Schule entfernt.

Der Einsatz endet in einem Desaster.
Über 600 Zivilisten, darunter viele Kinder in der nahliegenden Umgebung, werden ausgelöscht.
Auch für die Warrios endet der Vorfall desaströs – 3 Mitglieder haben nicht überlebt, mussten ihr Leben lassen, sind tot - alle bis auf Speedball, der im Zuge der Explosion 200 Meilen weit fortgeschleudert wird.
Speedball landet auf einer Farm, und wird vom Inhaber und einem Polizisten gefunden – auch sie bleiben nicht lange am Leben.
Durch seine kinetischen Kräfte entladet sich Speedball willkürlich vor den Augen der beiden Menschen.
Im Zuge dieser weiteren Explosion müssen auch diese beiden Menschen sterben, Speedball`s Leben hängt selbst am seidenen Faden...
Anschließend treffen sich viele bekannte Gesichter und Heroen in Stamford, um Verletzte zu bergen, und eventuelle Überlebende ausfindig zu machen...

Szenenwechsel - Human Torch, ein Mitglied der berühmten Superheldenfamilie Fantastic Four, wird bei einem Clubbesuch von Passanten zusammenschlagen, die ihn für die schreckliche Tat verantwortlich machen, obwohl dieser unbeteiligt war.
In der Zwischenzeit treffen sich viele bekannte Superhelden wie Spider-Man und die X-Men, um über die neue Situation zu debatieren - was wird passieren, auf welcher Seite wird jeder Einzelne von ihnen stehen? Pro oder Contra?

„We should cooperate now, before it gets ugly.”

Captain America, Galionsfigur und amerikanische Ikone der Superhelden, sieht sich in einem inneren Konflikt: Die Regierung duldet die Superhelden nicht mehr als solche – alle Maskenträger müssen sich laut einem neuen Gesetzesbeschluss registrieren lassen, ihre Identität preisgeben und zukünftig im Auftrag der Regierung operieren.
Alle Helden, die sich gegen eine solche Registrierung aussprechen, gelten als Gesetzesbrecher und werden ohne Ausnahme verfolgt.
Die Nerven liegen blank – Captain America wird selbst zum Gegener der Registrierung und wird zum Abtrünigen.
Das globale Klima beginnt sich zu ändern.

Der Bürgerkrieg hat begonnen

Ein solches brisantes und hochpolitisches Event hat es in diesem Ausmaß in der Welt der Comics noch nie gegeben.
Comicweit betritt Civil War vollkommenes Neuland – und wird damit ungemein realistisch, in einer Zeit, in der Krieg, Hass und Intoleranz die globalen Medien dominieren.
Zum ersten Mal sehen sich die kostümierten Helden nicht im Kampf mit gesetzesbrechenden Schurken – sie sind es selbst, die als Verbrecher hingestellt werden, die über dem Gesetz stehen, weil sie in ihrem Heldendrang die Kollateralschäden vergessen und nicht beachten.
Die Regierung, vor allem aber die Leute auf der Straße, tolerieren diesen "Sonderstatus" nicht mehr – mit dem Stamford-Ereignis kam das Fass zum Überlaufen - 9/11 lässt Grüßen.
Besonders S.H.I.E.L.D, eine besondere Polizeieinheit, die sich auf Metawesen spezialisiert hat, hat vermehrt die Augen auf sie gerichtet.

"Angst haben wir alle. Der Unterschied liegt in der Frage: wovor?" (Frank Thieß...)

Die erste deutsche Ausgabe von Civil War gibt den Startschuss für die kommenden Monate, in denen sich vieles verändern wird: Helden werden zu Schurken, Schurken werden zu Helden, die Situationen werden sich immer mehr zuspitzen.
Autor Mark Millar versucht viele Positionen zu verdeutlichen, viele Gesichter und Meinungen zu portraitieren, ihre Sicht der Dinge zu erzählen.
Mit Steve McNiven als Bleistiftschwinger, ist dieses Heft unglaublich dynamisch und detailreich gezeichnet - eine wahre Augenweide.

Civil War ist keine gewöhnliche Story, in der sich kostümierte Maskenträger mit kosmischen Weltenverschlingern oder Erzschurken herumplagen müssen - sie müssen sich den Menschen stellen, die sie eigentlich beschützen wollen, für die sie tagtäglich ihr Leben riskieren.
Ein Event, der noch lange nachhallen wird und der amerikanischen Comic-Szene einen gehörigen Push gab.
Keiner wird verschont bleiben.

autor: Mark Millar, Paul Jenkins
zeichner: Steve McNiven, Steve Lieber
comic-label: Marvel Comics (US), Marvel Deutschland/Panini Comics (Deutsch)
VÖ: 2007

9/10 >> Daniel Gilic

25.3.07 15:00
 


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