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PRINZ EISENHERZ Band 1 - jahrgang 1937/1938

Prinz Eisenherz oder die Sage vom singenden Schwert

Harold Foster hat vor nunmehr siebzig Jahren begonnen, sein Lebenswerk zu zeichnen: Prinz Eisenherz wird von vielen Kritikern als eines der Jahrhunderwerke und die Geburt des Abenteuercomics betrachtet.
Endlich einmal hat sich ein Verlag, der junge Bocola Verag nämlich, an die Arbeit gemacht, alle 1788 Seiten von Foster selbst gezeichneten Prinzen, aufzuarbeiten und als Gesamtausgabe komplett herauszubringen.

Der junge Prinz von Thule, so der Titel Eisenherz, ist ein Heissporn, der sogar Prinz Artus zu beeindrucken weiss.
In dessen Zeit spielt der Comic nämlich, wie man auch unschwer an dem Balken über jeder einzelnen Seite, also jedem Strip, erkennen kann: "Prince Valiant - In The Days Of King Arthur."

Auf den ersten Seiten erfährt man, wie Eisenherz mit seinem Volk und seinem Vater, dem König von Thule, nach Britannien kam, wo sie lebten und wie Eisenherz dort seine Kindheit verbrachte.
Per Schiff landete der König mit seinem kleinen Volk not und traf sofort auf Einheimische, die ihm feindlich gesonnen waren.
Ein erstes Mal kann er sie in die Flucht schlagen, doch beim zweite Kampf muss der König mit seinen Mannen kapitulieren und im Exil, also in einer Sumpflandschaft, dem Fennland, hausen.
Doch da ist das leben alles andere als rosig: Es gibt riesige prähistorische Ungeheuer wie Riesenschildkröten und gigantische Krokodile.
Alles das schreckt aber den jungen Prinzen nicht ab, im Sumpf auf Jagd zu gehen und so die kleine befestigte Siedlung seines Volkes zu versorgen.
Doch bald besteht er größere Abenteuer - er wird von einem Mann angegriffen, einem "Ungeheuer", den er daraufhin fast totschlägt, doch dann zu heilen beginnt, als er erkennt, dass der Angreifer ein Mensch ist.
Dieser Mann, ein Krüppel, sollte Eisenherz zu seiner Mutter führen: Eine Hexe, die die Gabe besitzt, in die Zukunft zu schauen.
So sagt sie ihm voraus, dass er gegen viele Ungeheuer kämpfen muss, Artus treffen wird und das ihn sein grösstes Leid noch bevor steht.
Und dass soll auch geschehen, denn bei seiner Ankunft im Dorf muss der kleine Kämpen feststellen, das seine eigene Mutter tot ist.
Einzig und allein diese traurige Stimmung kommt nicht gut rüber.
Doch wie dem auch sei, der resignierte Junge verlässt die Sümpfe und beschließt Ritter zu werden.
Er fängt sich ein Pferd und bastelt sich eine Ausrüstung.
Durch seine Unerschrockenheit weißt Eisenherz Sir Gawain, einen Ritter der Tafelrunde, zu beeindrucken und wird sein Knappe, nachdem ihn Gawain nach Camelot, der Stadt der Wunder, geführt hat.

Hal Foster beschreibt in seinen ersten 98 Strips den Werdegang des Prinzen.
Jeder Strip stellt eine Seite und eine Episode für sich dar, was die Storyline sehr übersichtlich und klar gegliedert macht
Vor allem Fosters detaillierte Zeichnungen und die interessante Farbwahl wissen zu beeindrucken.
Bocola ist es zu verdanken, dass wir se Farben so originalgetreu bewundern dürfen - der Verlag hat sich an die Sisyphos-Arbeit gemacht, alle Seiten digital zu rekonstruieren, was mitunter ein halbes Jahr dauern kann, wenn man die Zeitspanne zwischen Erscheinungsdatum des ersten und des zweiten Bandes betrachtet.
Doch dafür hat man ein dem Original verblüffend ähnlichen Eisenherz, der nicht in Farben erstrahlt, die 1937/38 kein Verlag hätte drucken können. Auch die Haptik des Bandes ist wunderbar, wenn man die Optik alter Bindetechniken auf dem Buchrücken weggelassen hätte.
Das macht den Band etwas kitschig.
Weiterhin ist dem Verlag die wunderbare, 10-seitige Einleitung zu verdanken, in der man kurz und knapp wahnsinnig viele Infos zum Comic und zum Meister höchstpersönlich erhält.
Darin sind zum Beispiel Cover von älteren Eisenherz-Veröffentlichungen zu sehen, sowie deren Geschichte und Hintergründe.
Auch erfährt man, warum Foster mit Eisenherz begann und Tarzan weglegte: Er wollte einfach eine eigene Idee verwirklichen und nicht die eines anderen illustrieren.
Wichtige Entstehungprozesse des Comics werden erklärt und das Foster mitunter mehr als 55 Stunden (!) brauchte, um einen Strip fertig zu stellen und somit keine Zeit für andere Projekte hatte.
Auch über den Film aus dem Jahre 1953 wird gesprochen - und wie sehr dieser missglückt ist.
Weiterhin wird das Gerücht negiert, dass zuerst Eisenherz auf Schwarz-Weiss erschienen sei.
Zuguterletzt erfährt man interessante Informationen zur Verlagsarbeit und den aufwändigen digitalen Restaurationsarbeiten.

Foster hat wahrlich einen Meilenstein gelegt, der auch, bis auf Kleinigkeiten am Einband, würdig umgesetzt wurde.
Glücklicherweise lässt endlich ein Verlag dieses gloriose Werk komplett auferstehen.

autor: Harold Foster
zeichner: Harold Foster
comic-label: Bocola Verlag (Deutsch)
VÖ: 2006

8,5/10 >> Robert Schulze

27.3.07 16:00
 


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