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Jahrescharts - Das Beste aus 2007: Plätze 50 - 40

40. THE ROBOCOP KRAUS - blunders and mistakes

"Sommer!" fällt einem ein, wenn man sich das neue Werk der Nürnberger Indierocker zum ersten Mal anhört.
Ein Ohrwurm hetzt den nächsten, The Robocop Kraus lassen einfach nichts aus, sie vermitteln jedes gute Gefühl, dass man kennen sollte.
Exotisch, mit wilden Keyboardeinlagen und gefühlvollen Synthies - ein Ritt auf dem Regenbogen ist vergleichbar mit Blunders And Mistakes.
Mit autobiographischen Texten und „naturgetreuen“ Melodien (Insel, Urwald?), hört man die Freude dieser Band an der Musik mit jedem Ton raus, nichts wirkt gekünstelt oder irgendwie aufgesetzt, obgleich verträumt und nachdenklich.
Zum Tanzen anregende Beats hin oder her, irgendwie schaffen es diese Jung niemals wirklich langweilig zu klingen und den Zuhörer zu aktivieren und aufzuputschen.
The Robocop Kraus etablieren sich erneut als eine der songtechnisch hervorragensten Bands des deutschsprachigen Raumes, die durch ihre Kreativität, nicht nur was das Songwriting sondern auch die Lyriks betrifft, noch eine große Zukunft vor sich hat und sich durchaus mit Bands ähnlichen Genres wie Maximo Park und Okkervil River vergleichen darf.
Diese Band hat sich selbst wieder einmal neu entdeckt und zauberte für das Jahr 2007 einen gefühlvollen und zur selben Zeit durchgeknallten und kunterbunten Wirrwarr aus Rhythmen und Melodien.
Ruth Glaser

 

41. RADIOHEAD - in rainbows

Auch wir kamen an ihnen nicht vorbei.
Radiohead kehrten 2007 überraschend zurück, mit einem Album, dass man wahrlich nicht greifen konnte - angreifen versteht sich.
Rein online ließ sich In Rainbows legal downloaden, vorerst.
Den zu zahlenden Betrag konnte man selbst bestimmen, der Wert des Albums wurde auf den Schultern des Zuhörers ausgetragen.
Über den Inhalt wurde indes nur wenig diskutiert.
Konnten Radiohead an ihre vormalig visionären Alben anknüpfen? Eine eindeutige Antwort darauf gab es nicht.
Thom Yorke schwelgte lieber in leidenschaftlich brodelnden, sich immer wieder selbst anstachelnden Höhen („Jigsaw Falling Into Place“...), melancholischen Tiefen („Reckoner“...), lies Muskeln und Nerven ordentlich zusammenzucken zu trocken wirbelnden Beats und harmoniesuchenden Pop-Melodien wie im rasanten Opener „15 Step“ oder rockte spröde und rissig gekonnt drauf los, zu finden im mitreißenden „Bodysnatchers“, anstatt uns mit zufriedenstellenden Rückmeldungen und Reaktionen zu versorgen. Was vor oder nach diesem spektralfarbenem Regenbogen kommt, liegt im Dunkeln.
Daniel Gilic

 

42. BRIGHT EYES - cassadaga

Wie Bright Eyes nach dem vorhergegangenem Album-Doppelschlag und dem großen, weltweiten Erfolg zurückkehren würden, konnten auch keine Wahrsager, Hellseher und Propheten voraussagen.
Doch genau dieser Aspekt interessierte Conor Oberst.
Cassadaga, sowohl Titel des im letzten Jahr erschienene Albums, als auch Name eines kleines Örtchen in Florida, setzte den Finger genau über diesen Ort auf der Landkarte ab, wo Übernatürlichkeit an der Tagesordnung steht und wo Menschen leben, die sich als Medium oder Mentalist der übernatürlichen Seite des Lebens gewidmet haben.
Diese ungwöhnliche Kommune war es, die Obersts Interesse geweckt hat.
Was würde er an solch einem Ort finden?
Glück? Frieden? Zurfriedenheit?
Der gebrochene Mann geht inzwischen aufrecht, er hat nun eine gesamte Band im Rücken, die ihn stärkt, die seine Stimme fester und straffer werden lässt.
Sie kippt nicht mehr nach links oder rechts, nach hinten oder nach vorn, wie es auf früheren Alben der Britght Eyes der Fall war.
Das Wundercamp hat den Blick von Conor Oberst dennoch nicht verschwimmen lassen oder entschärft.
Die Themen, denen er sich widmet, sind derlei viele und spitz und scharf wie frisch gewetzte Messer: Die Apokalypse, der Untergang unserer Gesellschaft, Tod, Religion und Fatalismus, und doch immer wieder die Liebe, die all diese Dinge in die Schranken weist, auch wenn es sich um die herangezogene Hure von Babylon handelt.
Um dieser abstrakten Themenvielfalt gerecht zu werden, wurde auch am Sound geschraubt.
Umfangreiche Instrumentierung, pompöser Streichereinsatz, bessere Produktion, schöneres Klangbild.
Cassadaga ist ein schillernder Bernstein, der vom Sand befreit werden will, der auf und um ihn herum liegt.
Eine offene und vielschichtige Platte, an denen auch zuvor rümpfende Nasen ihre Freude finden könnten.
Daniel Gilic

 

43. PJ HARVEY - white chalk

„Please don't reproach me for, for how empty my life has become.“
Was kommt, wenn Wut und Aggressivität nachlässt?
Aufgabe, Resignation, Hoffnungslosigkeit?
In diesem Fall scheint es fast so, denn PJ Harveys achtes Studioalbum White Chalk scheint wie eine Vertonung der genannten Begriffe.
Die Instrumentierung stark reduziert, der Gesang weich und zerbrechlich, das Klavier als zentrales Element des Albums.
Balladesk und atmosphärisch.
Bewundernswert an PJ Harvey war, ist und bleibt ihre Wandlungsfähigkeit – nicht zu verweilen, sondern weiter zu gehen. White Chalk ist geprägt von beklemmender Düsternis, Harveys Stimme zwar hell wie nie, aber stets mit einem Anklang von Verzweiflung und Flehen.
Gerade das geht besonders unter die Haut und die in Vergleich zum Vorgängeralbum geringere Instrumentierung wirkt nicht weniger intensiv, aber eben anders.
Selbst der Teufel kann PJ Harvey nichts anhaben, hier setzt sie sich noch zur Wehr, zeigt sich noch rebellisch.
Sie hüllt sich mehr und mehr in Dunkelheit, in Einsamkeit, während der Hörer den hellen Klavierakkorden durch die scheinbare Leere folgt. Weltfremd, entrückt, aber mit wundervollen, fesselnden Melodien wickelt sie uns ein und tänzelnd mit uns durch sphärische Ebenen.
Kalte Schauer jagt sie einem über den Rücken wie in "Silence", wenn Harvey ihre Stimme zum Ende des klaviergeleiteten Songs immer wieder anhebt.
Es geht hinab in düstere Abgründe, es werden triste Abschiede genommen, bevor das letzte Stück „The Mountain“ noch einmal durch luftige Sphären gleitet, um in einem Verzweiflungsschrei zu enden.
Mit White Chalk entführt Harvey den Hörer in entrückte Welten, mal in luftige, offene Gefilde, mal in düstere, bedrohliche, unterirdische.
Begibt der Hörer sich hinein und lässt sich fallen, tragen ihn die Klaviermelodien durch das Album, sie führen den Hörer sowohl in die Dunkelheit, als auch wieder ins Licht zurück.
Ann-Kathrin Otte

 

44. THE CORAL - roots & echoes

Wie aus der Zeit gefallen: Roots & Echoes, das fünfte Album der britischen The Coral, überraschte mit großen Songs und noch größerem Background
Wenn sich Oasis-Großmaul Noel Gallagher für die Band einsetzt, nachdem diese zuvor von den Kritiken zu ihrem wirren Vorgängeralbum in der Luft zerrissen wurden, und ihnen sein Studio für die Aufnahmen zur Verfügung stellt, dann muss etwas nicht mit rechten Dingen zugehen.
Hiobsbotschaften könnten so aussehen.
Und was macht die Band?
Geht locker ans musizieren ran, entstaubt die vergangenen Kisten, leiht sich genau die zwingend schwingenden 60’s Roots aus, ohne sie mit Samthandschuhen anzufassen.
Zeitreise mal anders.
Nostalgische Melodien treffen auf große Songs, wie dem smarten Opener „Who’s Gonna Find Me“, in den man sich sofort verliebt. Manchmal hat man das Gefühl, dass man gerade eine Mando Diao-Platte goutiert („Remeber Me“...), wohlgemerkt eine richtig gute Platte der Schweden.
Andernfalls verschwimmen die Gedanken und lassen entweder Erinnerungen an längst vergangene Tage, an die Jugend, an die erste oder die letzte Liebe („Jacquline“, „Put The Sun Back“, „Rebecca You“...) aufkommen, oder zurückgelehnte, Mariachi-artige Szenen vor dem geistigen Auge auftauchen („Fireflies“...).
Abseits der vermehrt traurigen Texte und der verwelkten Romantik, packt die Band dann doch noch reißerische Pop-Stampfer wie „In The Rain“ raus, dass gar nichts von Ruhe und Gelassenheit hält, und stattdessen mit tanzbarem Britpop die Meute aufmischt.
The Coral haben es geschafft, den warmen, knisternden Spirit und das milde und gleichzeitig fein gesponnene Echo der Vergangenheit auf Platte einzufangen. Damit sind sie wieder auf einem guten Kurs.
Ein Album, dass älter scheint, als es überhaupt sein kann.
Daniel Gilic

 

45. TURBOSTAAT - vormann leiss

„Haben Sie Beweise? Oder einen Verdacht? – Ich kann mir nicht sicher sein, ich kann mir nicht sicher sein.“
Räumen wir also auf mit der Unsicherheit: Turbostaats Vormann Leiss hat es auf Platz 45 geschafft, überraschend oder auch nicht. Doch da sind eben diese Zeilen, die hängen bleiben: „Verdient hab ich das sicher nicht“ – Wollen wir das so stehen lassen?
Nein, wollen wir nicht.
Denn es sind unter anderem Verse wie dieser, die Unmengen an hermetischen Metaphern und Gedanken, vertrackt, nicht direkt zugänglich und trotzdem nachdenklich machend, anregen.
Nebenbei werden die Texte intensiv und mit Nachdruck vorgetragen, der markant eindringliche Gesang stellt den
Finger auf suboptimale Lebensumstände mit der nötigen Portion Wut im Bauch.
„So ist es wohl, so ist das“ – eine Portion Sarkasmus, auch das lässt sich finden, textlich ist auch das dritte Werk der Band kompromisslos, ist Punk.
Musikalisch sieht es nicht anders aus, merkt man das Majorlabel nur am besseren Sound, da werden keine Zugeständnisse gemacht wie beispielsweise bei Muff Potter.
Da hämmern die Gitarrenriffs, da rollen die Schlagzeugwellen heran, da wummert der Bass sich seinen Weg, wütend, aggressiv, stürmisch.
Man wogt sich durch die Songs, wird durchgepeitscht von den massiven Soundwellen, wird unter die Oberfläche gedrückt in beengende Dunkelheiten, vom Sturm ergriffen.
Nach Rettung Ausschau haltend rudert der Hörer durch die raue, stürmende See.
Gerade die Kompromisslosigkeit macht das Album authentisch. Nicht nur die stürmischen Parts sind mitreißend, es sind auch die bedrückenden, ruhigeren Momente.
Dabei ist es gerade die gelungene Mischung aus Aggressivität und Nachdenklichkeit, die dafür sorgt, dass das Album sehr ausgeglichen gestaltet ist, dass mehr hängen bleibt als blanke Wut, weil auch Fragen aufgeworfen werden.
So lässt sich das Fazit mit einem weiteren Zitat aus den Lyrics der Platte ziehen: „Ein Wunderwerk vollbracht, muss lachen, das macht mir keiner nach“
Ann-Kathrin Otte

 

46. THE FALL OF TROY - manipulator

„Tensions move way too fast and I‘m afraid to say: ‚What would you think of me anyway?‘“
Nunja, was denken über The Fall Of Troy?
Gerade um die 20 Jahre alt, mit Doppelgänger bereits eines der Alben in ihrer Sparte, Chaoscore oder wie auch immer man diese Mischung bezeichnen will, die sich zwischen Post-Hardcore und Prog bewegt, auf den Markt geworfen.
Dem ein oder anderen mag diese Richtung sicher zuwider sein. Was manche Leute Gebrüll und Lärm abgewinnen können, ist eben nicht immer leicht nachzuvollziehen.
Manipulator verpackt dies in eine poppigere Hülle, lässt es umgänglicher werden.
Mehr Platz für Progressives, für sich ausbreitende Klangfelder, aber auch für Ruhe in der sonst stürmischen, drängenden Atmosphäre. Kontrast ist auch ein wichtiges Stichwort, oft duellieren sich kältere und wärmere Klänge, Riffs, und der Gesang, doch nicht nur bei der Klangfarbe lassen sich derlei Gegensätze ausmachen, einige Songs arbeiten auch verstärkt mit unterschiedlichen Tempi oder Laut-/Leise-Dynamiken.
Nur wenige Ruhepausen gibt es, beständig prasseln neue Elemente auf den Hörer ein, manche davon mit brachialer Gewalt und eindrucksvollen Gitarrenriffs, oder andere mit zahlreichen Schlagzeugsalven.
Manipulator gestaltet sich abwechslungsreich, besitzt mit „Caught Up“ einen absoluten Ausreißer, und pendelt ansonsten zwischen Metal und Pop, Stimmungen können binnen Sekunden umschlagen und den Hörer einfach mitreißen.
Abgesehen von den musikalischen Kapriolen begeistern sie auch mit pfiffigen Lyrics und Songtiteln, wie zum Beispiel dem Palindrom „A Man A Plan A Canal Panama“ oder sarkastischen Titeln wie „Cut Down All The Trees And Name The Streets After Them“.
Ann-Kathrin Otte

 

47. DEVENDRA BANHART - smokey rolls down thunder canyon

New, Weird und in den Jahrescharts.
Trotz der zurückhaltenden Wirkung von Smokey Rolls Down Thunder Canyon, konnte sich Devendra Banharts jüngstes Werk in die Jahrescharts schummeln.
Dass Devendra dort mehr zu suchen hat als seine Kontaktlinsen, soll hier noch einmal kurz beleuchtet werden.
Das Album zeichnet sich vor allem durch Charme und Vielfältigkeit aus.
Banhart nimmt den Hörer mit auf eine Weltreise und zwar durch seine eigene Welt - Amerika mal anders.
Ob nun Country-Musik, Folk, Latin, Rock oder gar Reggae, ob nun Mittel-, Süd- oder Nordamerika, irgendwie ist alles zu finden.
Seine Jahre in Venezuela finden hier beispielsweise Niederschlag in Songs wie „Cristobal“, ausgedrückt in spanischer Sprache und unterlegt mit verzückendem Folk.
Rockigere Klänge geben den melancholischen Traummelodien die Klinke in die Hand, als wäre Vielfalt selbstverständlich.
Immer wieder finden sich Perlen aus den 16 Songs der Platte. „Shabop Shalom“ trumpft als potenzieller Jukebox-Hit im Elvis-Stil auf, „Saved“ wiederum fordert Hörer-Beteiligung mit schwungvollem Gospel-Sound.
Selbst Reggae-Rhythmen überraschen in „Carmencita“.
Warum also Mixtapes mit umfassender Musikauswahl, wenn doch Devendra Banhart schon genügend Abwechslung auf seine CD packt?
Tim Kollande


48. THE SHINS - wincing the night away

Jeder kennt das: Du liegst abends im Bett und willst nur noch schlafen, aber das Einschlafen scheint unmöglich zu sein. Verzweifelt wälzt man sich hin und her, der Schlaf will einen nicht kommen.
Der Körper will sich erholen, aber das Gehirn arbeitet einfach weiter, lässt einem keine Ruhe.
Die Shins umschreiben das mit Wincing The Night Away - und mit ihrem so benannten Werk hat die Band ein Album für solche Nächte geschaffen.
Eine Platte, die einen gut durch die Nacht bringt.
Und so geben sie einem „Sleeping Lessons“ und wenden sich traumhaften Klängen zu, lassen uns mit tollem Indie-Pop nach „Australia“ fliegen oder von „Red Rabbits“ phantasieren. Experimenteller sind die fünf aus Albuquerque geworden. Die Versuchung, in den Mainstream abzugleiten, ist noch viel größer geworden, nachdem zwei ihrer Songs vom Vorgängeralbum als Soundtrack im Film Garden State benutzt wurden.
Und so kontrastieren in „Pam Berry“ düstere, bedrohliche Sounds mit hohem Gesang von James Mercer und auch die Synthesizer werden ausschweifend getestet.
Den perfekten Pop-Song zu finden, haben sich die Shins auch bei ihrem dritten Werk vorgenommen.
Der ist ihnen auf dieser Platte nicht gelungen, einen Übersong gibt es nicht.
Die Größe ist in ihrer Gesamtheit zu entdecken, und man sollte ihr viel Zeit geben, bis diese sich endlich zeigt.
Das nächste Mal, wenn man einfach nicht einschlafen kann, sollte man anstatt Schlaftabletten vielleicht einfach mal zu Wincing The Night Away greifen.
Jan Gerngross



49. NINA NASTASIA AND JIM WHITE - you follow me

Dieser Platte folgt man bedingungslos.
Nina Nastasia schwebt auf You Follow Me über dem Boden der düsteren Tatsachen.
Den nötigen Halt, die anziehende Schwerkraft zu ihrem akustisch vorgetragenen Liedgut, gibt ihr Drummer Jim White, der die spröden, folkangehauchten Songs mit seinen improvisierten Taktschlägen in die richtige Richtung lenkt und weist.
So sind es auch Geschichten, die Intimität ausstrahlen, die berühren und dunkel vorgetragen werden, die schon in sich zusammengefallen zu sein scheinen, ohne das rettende Licht am Ende des Tunnels, ohne den nötigen Anker erwischt zu haben, und doch steigen sie aus ihrer Trostlosigkeit auf, geben sich nicht mit dem lethargischen Zustand zufrieden, blicken sich um, geben erschöpft wieder auf, um sich doch noch mal aufzurappeln. Schließlich ist man hier nicht allein, sondern zu zweit.
Ein Auf und Ab, ein Geben und Nehmen.
Leicht zu verfolgen ist diese verwischte Fährte nicht, spannend allemal.
Ein Spiel mit laut und leise vorgetragenen Nuancen, die so eigen und mitfühlend dargeboten wurden, dass man sich ihnen kaum entziehen konnte.
Widmete man sich You Follow Me mit der nötigen Ruhe und Gelassenheit, das auch selbst zurückzugeben es vermochte, und spendete man der Platte die notwendige Zeit, hatte man am Ende des Jahres eine waghalsig umschlagenden Ritt, der nichts von seiner Spontaneität einbüsen musste.



50. DEVASTATIONS - yes, u

Dass mit Melancholie angehauchte Musik nicht immer in Selbstmordattacken ausarten muss, hat uns die australische Gruppe Devastations auf ihrem dritten Album Yes, U vorgeführt. Auch wenn es sich um eine äußerst ruhige Scheibe handelt und manche Songs zerbrechlich wie Glas klingen, stecken dahinter, bei näherem Hinhören, starke und aussagekräftige Songs mit eigenwilligen Strukturen und ausgefallenen Beats. Für Indie-Pop, dem Genre welches besonders im letzten Jahr eine regelrechte Flut an Bands durch das Land geschwemmt hat, eine große Leistung.
Und was Yes, U besonders ausmacht?
Die Melancholie, die jedoch nicht durchgehend herrscht, und vor allem die doch immer wiederkehrende Hoffnung und der positive Gedanke der uns permanent verfolgt.
Im Grunde klingen alle Tracks anfangs etwas gar traurig und trist, doch mit der Zeit entfalten sich die Songs wie Blumen im Eise - klingt kitschig, ist aber so.
Einmal sind es Elektronikklänge, dann schwungvolle Folknummern, zarte mimosenartige Akustikgitarren und ein untermalendes Klavier, sogar impulsive und kreischende E-Gitarren.
Egal welche Instrumente Devastations in die Hände nehmen, es klingt mehr als schön und es bildet sich dadurch eine unglaublich angenehme Atmosphäre.
Abschalten, zurücklehnen und genießen.Andere Aktivitäten sollten bei dieser Platte vermieden werden.
Nicht ohne Grund gehört Yes, U zu den besten Platten, die 2007 veröffentlicht wurden.
Melancholie rockt.
Ruth Glaser

4.2.08 17:00
 


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