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Film aktuell

MACHTLOS - gavin hood

Das Land der unbegrenzten Grausamkeiten

Mit 14 kommt der Araber Nulu El-Ibrahim in die USA.
Er lernt akzentfreies Englisch, gründet eine Familie mit der Amerikanerin Isabella (Reese Witherspoon) und ergattert eine angesehene Stelle in der Chemieindustrie.
Das Schicksal will es so und der gute Nulu wird von der CIA entführt und gefoltert.
Ob er tatsächlich Terrorist oder extremistisch ist, spielt hierbei keine Rolle. Es geht den Leuten da oben nur darum, auf die grausamste Weise tätig zu sein, nicht die Hände in den Schoß zu legen.
In Washington versucht die hochschwangere Isabella alles, um ihren Mann zu befreien, scheitert aber an der unbarmherzigen Anti-Terror-Chefin Corrinne Whitman (Meryl Streep).
Währenddessen redet sich ihr Mann um Kopf und Kragen und erfährt Menschlichkeit von einem einzigen Mann, ausgerechnet dem amerikanischen CIA-Agenten Douglas Freeman (Jake Gyllenhaal).

Machtlos ist ein durch und durch politischer Film, doch letztendlich traute sich der Oscar-Preisträger Gavin Hood (Tsotsi) doch nicht, ganz auf die Entführungsgeschichte zu setzen.
Vollkommen unnötig mischt er melodramatische Klischees bei, die die Story nur komplexer machen und vom Wesentlichen ablenken.
Es existiert eine Nebenhandlung um ein junges muslimisches Liebespärchen, die an sich ein schönes Drama abgeben würde, in diesem Film aber wenig zu suchen hat.
Viel interessanter wäre hingegen die Vorgeschichte von Douglas Freeman gewesen, von dem wir so gut wie nichts erfahren.
So ist einzig und allein Jake Gyllenhaal zu verdanken, dass der junge Agent nicht ganz so blass bleibt und letztendlich doch menschliche Züge entwickelt.
Gyllenhaals Freundin Reese Witherspoon kann zwar nicht so phänomenal überzeugen wie vor kurzem in ihrer oscarprämierten Darstellung in Walk The Line, ist aber dennoch ein Hingucker und emotionaler Magnet des Films.
Herausragend wie immer ist selbstverständlich auch hier Meryl Streep (Der Teufel trägt Prada); und allein schon ihretwegen lohnt sich der Kinobesuch. Ihre Corinne Whitman ist steinhart und dennoch schafft es Streep, die Eiseskälte in Person als eine Frau darzustellen, die real existieren könnte und nicht nur der blühenden Fantasie der Drehbuchautoren entsprang.
Es war mutig, diesen Film zu drehen, denn er äußert seine Kritik sehr direkt, ohne Andeutungen und Hinweise.
Der Zuschauer braucht nicht zwischen den Zeilen zu lesen oder sich Ewigkeiten mit der Frage zu beschäftigen, was das Ganze denn eigentlich sollte.
Es tut weh mitanzusehen, wie mit einem Menschen wie mit einer Spinne umgegangen wird, bis man es irgendwann nicht mehr schafft, zu glauben, dass eine einzige Person so viel Leid ertragen kann.
Zu unvorstellbar unmenschlich stellt Gavid Hood die Vorgehensweise der CIA-Verantwortlichen dar, sodass man die eine oder die andere Szene zunächst mal verdauen muss.
Und während man es tut wird man immer wieder mit der vornehmen Idylle Washingtons konfrontiert, mit der Gelassenheit und der Ruhe der wichtigen Leute in ihren hellen Arbeitszimmern und sterilen Küchen.

Gerade diese emotionale Abwechslung macht den Thriller so attraktiv und spannend, so authentisch und dennoch so abstrakt, denn er spielt wie in einer anderen Welt, so nah und doch so fern.
Vor allem den Glanzleistungen der Schauspieler ist zu verdanken, dass Machtlos ins Langzeitgedächtnis wandert und aus dem Unterbewusstsein immer wieder daran erinnert, dass auch für die USA Menschenrechte nur auf dem Papier existieren, wohingegen politische Machtspielchen allgegenwärtig sind.

info: 2007, USA, Gavin Hood, Polit-Thriller
darsteller: Jake Gyllenhaal, Reese Witherspoon, Meryl Streep ua.
under the influence: Tsotsi, Von Löwen und Lämmern, Jarhead 

7.5/10 >> Natalya Nepomnyashcha

9.12.07 16:00


ABBITTE - joe wright

Junge Leidenschaft

Es ist Englands heißester Sommertag 1935.
An diesem Tag begeht Briony Tallis ein Verbrechen, das das Leben dreier Menschen für immer zerstören wird: Sie beschuldigt Robbie Turner (James McAvoy), den nicht standesgemäßen Geliebten ihrer großen Schwester Cecilia (Keira Knightley), einer Vergewaltigung, die er nie begangen hat. An diesem Abend legt ein 13-jähriges Mädchen den Grundstein für das Zerwürfnis einer Familie, eine unvorstellbare Ehe und den Tod zweier unschuldiger Menschen...

Der Film beginnt ziemlich unspektakulär, ruhig, vielleicht sogar ein wenig zäh, wenn nicht gar langweilig.
Doch um die nachfolgenden 1 1/2 Stunden des Meisterwerks gänzlich zu verstehen und in vollen Zügen genießen zu können, muss man auch die ersten 30 Minuten gesehen haben.
Ähnlich wie Ian McEwan im gleichnamigen Buch, das lange aufgrund der Komplexität der Erzählweise als unverfilmbar galt, lässt sich Stolz und Vorurteil-Regisseur Joe Wright viel Zeit für diesen ersten, entscheidenden Tag, an dem das Unheil seinen Anfang hat.
Dieser Tag ist nicht quälend, er ist einfach zu lang, wie das ewige Warten vor einem Erdbeben.
Die Erschütterung kommt tatsächlich, in Person eines 28-jährigen Schotten, der seine Figur lebt und den Film auf seinen breiten Schultern trägt.
James McAvoy (Der letzte König von Schottland, Geliebte Jane) ist das Herz von Abbitte, er ist das wichtigste Organ, das all die anderen in den Hintergrund stellt und zur Nebensache macht.
Er ist einer dieser Schauspieler, die nicht mal den Finger zu rühren brauchen, um Enormes zu bewegen.
Es reicht ein einziger Blick dieser stahlblauen Augen und man ist in seine Bann gezogen, man leidet und stirbt mit ihm mit.
Sein Robbie ist besser als perfekt, er füllt mit seiner Präsenz nicht nur die ganze Leinwand, sondern den ganzen Saal, sodass man keine 3-D Brille braucht, um sich mitten im Geschehen zu fühlen.
Am liebsten möchte man sich bei James McAvoy persönlich für diese überragende Leistung bedanken, für die seine erste, aber wohl gewiss nicht letzte Oscar-Nominierung bereits fest steht.
So eine ähnliche Sogwirkung besitzt im Film nur noch eine, die in ihrem kurzen Auftritt unvergesslich bleibt.
Vanessa Redgrave spielt Briony als eine alte Dame und sorgt mit ihrer grandiosen Performance dafür, dass am Ende kein Auge trocken bleibt. Toll ist aber auch die gereifte Keira Knightley, hier in ihrer ersten erwachsenen Rolle zu sehen, genauso wie die beiden anderen Briony-Darstellerinnen Saoirse Ronan und Romola Garai.
Es geht um Buße und um Krieg.
Darum, dass nichts einfach so passiert und dass alles, auch jede Kleinigkeit, seine Konsequenzen hat.
So kommt es irgendwann zum II. Weltkrieg, der weder Robbie und Cecilia noch Briony verschont.

Joe Wright stellt das Schrecken wort- und schonungslos dar, und dennoch so ungewöhnlich anders, neu und erschütternd, dass man dem Drama den Weg zum Klassiker und seinem Hauptdarsteller den ganz großen Durchbruch prophezeit.
Fest steht, dass Abbitte einer der ganz großen, wenn nicht gar der beste Film war, der in diesem Jahr in die Kinos kam.
Denn er ist zum Heulen schön, überwältigend und unvergesslich.

info: 2007, UK, Joe Wright, Literatur-Drama
darsteller: Keira Knightley, James McAvoy, Ramola Garai ua.
under the influence: Stolz und Vorurteil, Angel - Ein Leben wie im Traum

9/10 >> Natalya Nepomnyashcha

18.11.07 15:00


TRADE - marco kreuzpainter

Fair Trade?

„Was für einem Genre würde Sie Trade zuordnen?“, frage ich eine Person, die nur den Trailer gesehen hat.
„Ein Politdrama mit Thrillerelementen“, höre ich als Antwort.
Doch leider ist das falsch – oder nur eine reine Wunschvorstellung des Sommersturm-Regisseurs Marco Kreuzpainter.
Denn in Wirklichkeit entpuppt sich Trade als ein kitschiges, klischeeüberladenes Melodram, das so gut wie keines ihrer Versprechen an den Zuschauer erfüllt.
Alles beginnt jedoch sehr ansprechend, der Vorspann ist originell gestaltet und auf alle Fälle ein Hingucker.
Doch dann fängt leider Gottes (und mit nur wenigen Lichtblicken) eine Geisterfahrt an, der kein Ende gesetzt ist.

Zunächst sehen wir die 13-jährige Adriana, die von Menschenhändlern entführt wird.
Das bringt natürlich ihre alleinerziehende Mutter um den Verstand und veranlasst ihren Bruder dazu, in den USA nach dem Mädchen zu suchen. (Klischee Nr. 1: die erbärmlichen Mexikaner).
Die Bande, die sie verschleppt hat, wird vom bösen, bösen Vadim angeführt (Wer hätte das denn gedacht?; Klischee Nr. 2: die allgegenwärtige Russenmafia).
Und zu guter Letzt kommt der nette, vom Tod seiner Katze tief bestürzte Ray (Kevin Kline) zum Einsatz, der dem Mexikaner bei der Suche nach dessen Schwester zur Seite stehen will (Klischee Nr. 3: die immer hilfsbereiten, uneigennützigen Amerikaner).
So unoriginell sich das Ganze anhört, so einfallslos ist es im Prinzip auch.

Der Regisseur Kreuzpainter und der Prozudent Roland Emmerich (The Day After Tomorrow) wollen einfach zu viel.
Auf die weltweiten Missstände aufmerksam machen, den Zuschauer zu Tränen rühren und ihn gleichzeitig durch vollkommen unpassende Witze (Ja, eine anständige Priese gewollten Humors findet man auch vor) zum Lachen bringen.
Am Ende kann man das tatsächlich schreckliche, uns alle etwas betreffende Problem nicht mehr wirklich ernst nehmen und unterhalten fühlt man sich auch nur bedingt, u. a. den schlechten Schauspielerleistungen und der noch schlechteren Synchronisation sei Dank.
Der ganze Film sieht vorprogrammiert aus, wie ein mit Hilfe von Psychologen zusammengebasteltes Computerspiel, das jedem Geschmack etwas abgewinnen möchte.

Zwar wird der Streifen den hohen Ansprüchen kaum gerecht.
Man sollte den Machern aber trotzdem zugute halten, dass sie sich an ein so wichtiges und von den Medien leider größtenteils ignoriertes Thema herangewagt haben.
Wir bekommen zumindest eine Ahnung vom Geschäft mit Menschen, dürfen sozusagen durch ein Milchglas einen Blick darauf werfen.
Und auch wenn danach wieder die heile Welt vorgespielt wird, ahnt man, dass es in Wirklichkeit ganz anders abläuft.
Wie einer der Protagonisten das so treffend formuliert, sind wir alle Freunde, egal wo und wie wir leben.
Und als solche sollten wir nicht einfach zuschauen, wenn mit unseren Freunden wie mit Waren gehandelt wird.

Die einzige Botschaft von Trade, die den Zuschauer tatsächlich erreicht, ist der Aufruf zur Zivilcourage.
Und dem sollten wir folgen, denn es ist unsere Pflicht als Eltern, Vorbilder und Menschen.

info: 2007, USA, Marco Kreuzpainter, Thriller-Drama
darsteller: Kevin Kline, Paulina Gaitan ua.
under the influence: Menschenhandel, Traffic, Bordertown

5.5/10 >> Natalya Nepomnyashcha

28.10.07 17:00


ENTTARNT - billy ray

Täuschungsmanöver

Es gibt nicht viele Genies auf dieser Welt.
Und nur die wenigsten von ihnen werden als solche tatsächlich anerkannt. Die Übrigen werden entweder wahnsinnig oder setzen ihr Talent falsch ein. So auch der FBI-Agent Robert Hanssen, der 20 Jahre lang geheime Informationen an russische Geheimdienste verkaufte und den USA damit einen Schaden in Milliardenhöhe zufügte.

Im Gegensatz zu vielen anderen Verrätern ging es ihm dabei nicht ums Geld.
Nein, dieser Mann wollte einfach nur etwas bedeuten, gar bewegen.
Er kam sich jahrelang zu unwichtig, zu grau vor.
Er hatte das mit dem Populismus nicht so drauf.
Tatsächlich ist ihm das Kunststück gelungen, nicht erwischt zu werden. Zumindest nicht vor dem für Amerika schicksalhaften Jahr 2001.
Da war es Schluss für Hanssen.
Schluss mit dem Lügen, dem Verstecken und Überlisten.
Der Althase wurde überführt, von einem Jüngling namens Eric O'Neill, ambitioniert, jedoch grün hinter den Ohren.
Mehr Schauspieler denn Profi, erschlich er sich das Vertrauen des Altmeisters und machte somit dessen Festnahme erst möglich...

Ryan Phillippe stieg steil auf, indem er in jungen Jahren obercoole Machos (Eiskalte Engel) und stolze Helden (Flags Of Our Fathers) verkörperte.
Hier zeigt er endlich, dass er auch anders kann.
Wenn nötig sogar schwach und unsicher.
Das Niveau von Chris Cooper erreicht er jedoch nicht ganz.
Denn der Syriana-Star erschafft einen Verbrecher, der Gutes tut und zugleich einen Patrioten, der sein Land verrät.
Er ist derjenige, der den Zuschauer in die Klemme bringt; der ihm nicht erlaubt, Hanssen zu hassen, sondern dazu bringt ihn sowohl zu respektieren als auch zu verabscheuen.
Der Film wäre ohne seine sehr gewollt wirkenden Spannungsparabeln sicher besser davongekommen.
Oft wirkt er wie aus dem Leben herausgeschnitten, unfassbar echt und täuschend greifbar.
Doch dann kommen wieder die Momente, unter denen Hollywood-Produktionen so oft leiden.
Da hört man Dialoge, die Schmonzetten entstammen könnten und sieht Szenen, die zu viel Fantasie und Verstellung voraussetzen, als dass sie sich hätten in Wirklichkeit zugetragen haben können.
Dennoch hat der kammerspielähnliche Thriller mehr Wahres als Erfundenes an sich.

Dank des super Ensembles gelang dem Regisseur Billy Ray ein fesselnder und glaubhafter Streifen über einen, der hätte die Welt besser machen können, aber nun lebenslang in Haft bleiben wird.

info: 2007, USA, Billy Ray, Polit-Thriller
darsteller: Chris Cooper, Ryan Phillipe, Laura Linney ua.
under the influence: Syriana, Der gute Hirte, Die Unbestechlichen

8.5/10 >> Natalya Nepomnyashcha

28.10.07 17:00


PLANET TERROR - robert rodriguez

Toxicity

Der Plot des zweiten Teils des auf zwei Filmen aufgeteilten Grindhouse-Projekts mit Kumpel und Regiseur Quentin Tarantino liest sich so einfach wie folgenreich: Auf einer Militärbasis kommt es zu einem Unglück.
Ein gefährliches Gas, ein infizierender Virus, wird dummerweise freigesetzt, der alle Menschen die es einatmen zu bösartigen Zombies mutieren lässt...
Doch Moment, nicht alle!
Unter der Menschheit gibt es bestimmte Personen, die gegen diesen fremdartigen Virus immun sind, sowohl Frauen als auch Männer.
Ist dieser Anteil nun die letzte Rettung der Menschheit?

Wenn es um filmisch umgesetzte Gräueltaten mit viel Portionen schwarzen Humors und Ironie geht, ist Regisseur Robert Rodriguez nicht weit.
Jedoch hat Planet Terror ein übertriebenes Maß davon parat.
Ob abgerissene Unterschenkel, Blut und Schleim in allen erdenklichen Formen und sogar ein Haufen an abgerissenen menschlicher Hoden... Klotzen statt kleckern.
Rose McGowan, vielen sicherlich noch als ehemalige Freundin von Marilyn Manson und TV-Hexe aus Charmed bekannt, darf die unfreiwillige, desillusionierte Titelheldin Cherry Darling abgegeben, die nicht so recht zu ihr passen will.
Ihr Träume, einmal ein erfolgreicher Stand-Up Comedian die Bühnen dieser Welt zu erobern, sind dahin, und weil die Welt sowieso am Arsch und scheiße ist, wieso dann diese nicht retten und so zu einer besseren Welt für jedermann schaffen?
Klingt nicht ganz plausibel?
Stimmt.
Es lebe der gute, freimutige Geist des Menschen.
So wie sich ihre Träume in Realität und Illusion zerteilt haben, so geschieht es auch mit ihrem Bein, dass einem Zombie zum Fraß geworden ist.
Die Amputation wird aber zu Genüge ausgenutzt: Ob Stöcke als Bein und spontaner Einsatz als Waffenersatz, oder Maschinenwaffen mit geballter Munition, alles wird als Geh- und Verteidigungshilfe benutzt.
Dahingegen darf sich Six Feet Under-Bestatter Freddy Rodrigue als El Wray über seine Art Rambo-Rolle freuen, ist diese mal etwas anders ausgelegt und nicht mit einem typisch großen, muskelbepackten und untalentierten Schauspieler besetzt.
Die vielen Gastauftritte, u.a. von Bruce Willis, Popsternchen Fergie oder dem Lost-Darsteller Naveen Andrews sind nett gemeint und manchmal unfreiwillig komisch, fügen sich aber gut in das skurrile Bild des Films ein.

Planet Terror macht Spaß, bleibt aber unter den Erwartungen zurück.
Die dünne Story wirkt einfach nur so, als wäre sie dafür geschrieben worden, möglichst viele Splatterszenen und Gore-Elemente miteinzubinden, und diese dem Zuschauer in fast jeder Szene offensichtlich zu zeigen.
Die augenscheinlichen Mängel der früheren Trashfilme der 70er und 80er wie verwackelte Aufnahmen und unscharfe Bildauflösungen werden ebenso genutzt wie gleichzeitig persifliert.
Eine Hommage an das Spektakuläre der vergangenen Jahrzehnte, an das Horrorkino bleibt erhalten.
Das Ende des Films bildet zudem utopische Vorstellungen ab, als ein zufriedenstellendes Ergebnis oder eine Überraschung abzuliefern.

Vielleicht greift man dennoch lieber zu älteren Klassikern der gleichen Machhart...

info: 2007, USA, Robert Rodriguez, Splatter-Horror
darsteller: Rose McGowan, Freddy Rodriguez, Bruce Willis, Marley Shelton ua.
under the influence: Dawn Of The Dead, From Dusk Till Dawn, Death Proof

5.5/10 >> Daniel Gilic

18.10.07 15:00


GELIEBTE JANE - julian jarrold

Wer war eigentlich Jane Austen?

Es ist immer empfehlenswert, einen Film in dessen Originalfassung anzuschauen.
So entgeht dem Zuschauer kein Teil der Emotion, die der Schauspieler in seiner Figur durch die Stimme hervorruft.
Nur so kann man sich sicher sein, keine Pointe und kein entscheidendes Dialogfetzen versäumt zu haben.
Im vorliegenden Fall lohnt es sich ganz besonders, die Karte für Becoming Jane statt für Geliebte Jane einzulösen.
Denn ausschließlich dann wird klar (gute Englischkenntnisse vorausgesetzt), wieso das wunderschöne Melodram von den britischen Kritikern verrissen wurde.

Anne Hathaway ist mit Sicherheit sehr talentiert und spätestens seit Plötzlich Prinzessin und Der Teufel trägt Prada ein Star.
Doch sofort nachdem bekannt wurde, dass die Amerikanerin Jane Austen, eine der beliebtesten britischen Autorinnen, verkörpern soll, waren die Fans mehr als empört.
Man traute Hathaway nicht zu, das Amerikanisch-Sein vor der Kamera ganz ablegen zu können.
Wie sich herausgestellt hat, nur bedingt zu Recht.
Denn im Großen und Ganzen nimmt man ihr das aufrichtige englische Fräulein Ende des 18. Jahrhunderts schon ab, nur ihr „British Accent“ ist nicht ganz perfekt.
Darüber kann man jedoch fast schon hinwegsehen, denn dieses Biopic, das im Grunde genommen gar keins ist, geriet weder zu kitschig noch historisch zu ungenau, sondern ist einfach ein wunderschöner, mal federleichter, mal ernsterer Frauenfilm.
Wir erfahren nichts über Janes Kindheit oder ihren Tod.
Der Streifen begleitet Miss Austen nur wenige, aber entscheidende Monate ihres Lebens.
Als Tochter armer Eltern soll sie eingentlich einen reichen Erben heiraten, verliebt sich aber in den Studenten Tom Lefroy (James McAvoy), der von seinem wohlhabenden Onkel zwar ausgehalten wird, das aber nur unter der Bedingung, dass der junge Mann eine standesgemäße Ehe eingeht. Nun liegt es an Tom zu entscheiden, ob er seiner Liebe treu bleibt und dafür enterbt wird oder Jane im Regen stehen lässt.

Mit Ausnahme von A. Hathaway, die teils ein wenig zu bemüht wirkt, überzeugt die übrige Besetzung durchwegs mit tollen Leistungen. Insbesondere muss James McAvoy erwähnt werden, dessen Spiel entspannt bleibt, aber dennoch Tiefe und Eindringlichkeit besitzt.
Optisch lassen sowohl prachtvolle als auch bescheidene Kostüme und abwechslungsreiche Naturaufnahmen ein überragendes Sittenbild Englands um 1800 entstehen, fürs Ohr gibt es mal geschmeidige, mal spritzige Töne.
Für die Fans dürfte interessant sein, woher J. Austen als Autorin die Inspiration für ihre Bücher wie Stolz und Vorurteil oder Emma hatte und wer die Vorbilder für ihre unzähligen Figuren waren.
All die anderen, deren romantische Ader noch nicht ganz vertrocknet ist, werden mit Jane als einer unglücklichen Verliebten und Geliebten mitfühlen, mitfiebern und mitleiden.
Bis zum anrührenden Finale dieser Geschichte einer großen und ehrlichen Liebe, die hätte sein müssen, aber nur ein süßer Traum geblieben ist.

info: 2007, UK/USA, Julian Jarrold, Melodram
darsteller: Anne Hathaway, James McAvoy, James Cromwell ua.
unter the influence: Stolz und Vorurteil, The Hours, Shakespeare In Love

8/10 >> Natalya Nepomnyashcha

11.10.07 15:00


WÄCHTER DES TAGES - timur bekmambetov

Düstere Tagesschau

Mit Russland verbindet man meistens Wodka, Kälte und Öl.
Manchen würden vielleicht noch Namen wie Putin oder Tolstoi einfallen.
Doch gute Filme aus dem flächenmäßig größten Staat der Welt sind hier eher eine Seltenheit.
Zum größten Teil natürlich, weil sie es bei uns nie auf die großen Leinwände schaffen.
Wächter des Tages hat es aber geschafft.
Nicht nur, weil Hollywood die Fortsetzung von Wächter der Nacht mitfinanzierte.
Diese Fantasyverfilmung ist einfach etwas Besonderes, gar Exotisches. Etwas, worauf die Russen stolz sind und nun der ganzen Welt präsentieren wollen.
Die Handlung ist so vielschichtig und rasant, dass man sie kaum nacherzählen kann.

Natürlich geht es wieder um den Antihelden Anton, der auf der Seite der Guten gegen seinen 12-jährigen Sohn Egor kämpft.
Denn der Junge ist der „Große Andere“, der seine bemerkenswerten Fähigkeiten für böse Sachen hergibt.
Auch Svetlana, die neue Freundin seines Vaters, mag der Kleine überhaupt nicht.
Hinzu kommt, dass sie auf dem Weg ist, die „Große Andere“ zu werden und die Welt zwei von dieser Sorte nicht vertragen kann…

Keine Angst, man muss weder die Bücher von Sergey Lukyanenko gelesen noch den ersten Film gesehen haben, um die Zusammenhänge zu erschließen.
Denn am Anfang gönnt man dem Zuschauer eine Einführung, die das Wichtigste aus Teil 1 zusammenfasst.
Danach geht’s aber richtig los.
Man wird überrumpelt mit altertümlichen Legenden, Verfolgungsjagden auf verschiedenen Ebenen des Zwielichts und, und, und…
Durchatmen kann man trotzdem.
Zumal der ehemalige Werbefilmer Timur Bekmambetov, dessen nächster Streifen die Comicverfilmung Wanted mit Angelina Jolie und James Mcavoy gerade in den USA entsteht, nicht nur auf Action, sondern auch auf Humor und Romantik setzt.
So gut wie kitschfrei zeigt er, wie zwei Menschen überraschend zueinander finden, während ein anderes Paar sich gleich wieder verliert.
Daraus kann Hollywood genauso lernen wie aus dem komödiantischen Highlight des Films: zwei Menschen tauschen ihre Körper und damit die Geschlechter.
Ohne zu viel verraten zu wollen: es wird urkomisch.
Die Besetzung besteht allesamt aus russischen Superstars, unter denen sich mit Wladimir Menshov ein Oscarpreisträger und mit Zhanna Friske ein ehemaliges Girlbandmitglied wieder finden.
Hierzulande sind die Darsteller zwar noch unbekannt.
Ihren Job machen sie aber trotzdem gut, sodass im Gegenteil zu z.B. Spider-Man 3 eine nachvollziehbare Charakterentwicklung stattfinden kann. Der einzige Kritikpunkt ist so verwerflich wie auch verständlich.
Wächter des Tages ist ein wenig zu russisch geraten.
Auf Moskaus verwüsteten Straßen sind lauter slawische Gesichter zu sehen, die im westeuropäischen Sinne nicht unbedingt hübsch sind.
Man wird aber auch laufend mit russischer Popmusik konfrontiert, was auch nicht sofort einen großen Nachteil bedeuten muss.
Der Zuschauer braucht sich nur darauf einzulassen und irgendwann macht die Exotik mehr Spaß als dass sie befremdlich wirkt.

Ein actionreiches Actionspektakel, bei dem nicht nur sinnlos niedergemetzelt, sondern auch gedacht wird.

info: 2007, Russland, Timur Bekmambetov, Fantasy-Action
darsteller: Konstantin Khabensky, Mariya Poroshina, Zhanna Friske ua.
under the infuence: Wächter des Tages, Matrix, Dark City

7.5/10 >> Natalya Nepomnyashcha

25.9.07 15:00


ZIMMER 1408 - mikael håfström

Spukender Zimmerservice

Geben wir es doch mal zu: Schon jeder hat sich schon mal vorgestellt, etwas Unnatürliches gesehen oder gespürt zu haben.
Seien es nun fiese Geister, Gespenster und andere Spukgestalten.
Manchmal haben wir dieses seltsame Gefühl, dass nicht alles mit rechten Dingen vorgeht.
So auch Mike Enslin (John Cusack) in der Stephen King-Verfilmung Zimmer 1408.
Eigentlich gehört es ja zu seinem Job, sich diverse Spukorte auszusuchen, herauszupicken, und diese einem Test zu unterziehen...
Spukt es wirklich an dem Ort?
Oder ist es wiedereinmal nur eine Einbildung von uns Menschen, die uns zu solch einem Denken bewegt?
Enslin ist sich sicher: Geister und Gespenster gibt es nicht.
Alles nur erfunden.
Firlefanz.
Warum sollte er Angst haben auf Friedhöfen, verwunschen Zimmern und Grabstätten von ehemaligen Serienmördern?
Schließlich hat er dort zahlreiche Nächte verbracht, Bücher darüber geschrieben und ohne irgendwelche seltsamen Ereignisse friedlich geschlummert.
Er glaubt ja nicht daran, gut für ihn.
Mike Enslin ist sich seiner sicher, bis zu dem mysteriösen Zeitpunkt, als er scheinbar ohne Absender eine Karte mit dem Bild des Dolphin Hotels aus New York bekommt.
Mit der Aufschrift "Zimmer 1408" - Enslin ist dem Köder sofort verfallen. Bahnt sich da vielleicht eine Top-Story für den Schriftsteller an?
Neuer Stoff für seine gruseligen Bücher über seine Doch-nicht-Nahtod-Erfahrungen?
Mike macht sich auf dem Weg ins Hotel, nachdem er vorher mit dem Geschäftsführer Gerald Olin (Samuel L. Jackson) telefoniert hat, der ihm unmissverständlich klar gemacht hat, dass das Zimmer nicht zur Verfügung steht, nie.
Doch so hartnäckig wie Enslin nun mal ist droht er mit Anwälten und Gerichtsverfahren, schließlich ist ein freies Zimmer...ein freies Zimmer.
Im Hotel kommt es dann noch einmal zu einem ersten Gespräch zwischen den beiden Dickköpfen, doch Enslin lässt sich nicht davon abbringen, für eine Nacht zumindest in Zimmer 1408 zu nächtigen.
Der durch Familienproblemen zum Zyniker mutierte Enslin kann die These, sie hätten ihm was ins Getränk gemischt, getrost vergessen - was danach passiert, hätte sich der ach so angstfreie Zeitgenosse nicht in seinen schlimmsten Träumen vorstellen können.

So spannend die Geschichte auch klingt, so solide ist sie umgesetzt worden.
Regisseur Mikael Håfström darf sich im Horrorgenre so richtig austoben und bietet dem Zuschauer zahlreiche gelungenen Effekte, die sich alle in Zimmer 1408 abspielen und John Cusack gehörig zusetzen und ihn aus seinem inneren Schutzkäfig losmanövrieren.
Er darf seine Mimik und Gestik in freie Balance versetzen, was manchmal etwas komisch wirkt, jedoch der Spannung keinen großen Abbruch tut.
Doch irgendetwas fehlt.
Was das ist?
Vielleicht der Überraschungsmoment.
Schließlich weiß der Zuschauer schon von Anfang an, dass es in dem Zimmer spuken muss.
Sonst würde der Film nach 10 Minuten wohl sein frühes Ende finden.
Oder vielleicht sind es prägende Szenen, die sich im Kopf festsetzen und nachher noch ihre Wirkung nicht verlieren.
Auch ist das Ende wenig zufriedenstellend, schließlich weiß das Publikum ja, dass es keine Einbildung war...

Wer die Kurzgeschichte von King gelesen hat, der wird merken, dass der Film etwas gestreckt wurde, dass Persönliches mit eingewoben wurde, um den Charakter von Mike Enslin noch facettenreicher zu gestalten.
Doch auch King selbst hat noch fürchterlichere, angsterfüllte Geschichten geschrieben – manche davon sind sogar schon verfilmt worden.
Trotzdem ist ein Aufenthalt in Zimmer 1408 keine schlechte Idee, ein guter Horrorstreich, der für die Laufzeit des Films Spannung und Beklemmung erzeugen kann.
Die nächste Hotelbuchung kann kommen.
Nur sollten wir sicher sein, dass wir das Zimmer überhaupt verlassen haben...

info: 2007, USA, Mikael Håfström, Grusel/Horror
darsteller: John Cusack, Samuel L. Jackson,
under the influence: Shining, ES, Misery

6/10 >> Daniel Gilic

25.9.07 15:00


YELLA - christian petzhold

Gefühlskälte

Was ist der größte Unterschied zwischen der Preisverleihung eines A-Festivals und der Oscarnacht?
Zum einen haben in Venedig, Cannes oder Berlin auch Filme eine Chance, die nicht von US-Geldern finanziert worden sind.
Zum anderen bieten Festivals eine wesentlich größere Nominiertenpalette und eine kleine, aber feine und überschaubare Jury, die sich einig werden muss.
Somit ist der Überraschungseffekt hierbei auch überragender, sowohl für die Außenstehenden als auch für die Gewinner.
Die Favoriten gehen nicht selten ganz leer aus oder werden in unwichtigen Kategorien ausgezeichnet. Bei der letzten Berlinale geriet der Publikumsliebling Irina Palm bei den Experten in Ungnade, stattdessen erhielt der chinesische Außenseiter Tuyas Hochzeit (jetzt im Kino) den goldenen Bären und mit Nina Hoss, seit einigen Jahren Tradition in der Hauptstadt, eine deutsche Darstellerin den Preis für die beste weibliche Performance.
Verdient hat Hoss den silbernen Teddy eigentlich schon, der Film Yella aber leider überhaupt keine Auszeichnung.
Denn die vielen seltsamen Momente und Einstellungen, die man selbst von Christian Petzold, dem Meister des menschlich Unbegreiflichen, nicht erwartet hätte, machen das Ganze für den Zuschauer irgendwann richtig anstrengend, wenn nicht gar überfordernd.

Bereits der Beginn schlägt ein wie eine Achterbahnfahrt.
Yella (Nina Hoss), die Ruhe in Person, wird vom ihrem Exmann Ben verfolgt und bedroht.
Manchmal ganz leise und unauffällig, manchmal schreiend und tobend. Für einen Job zieht sie von der ostdeutschen Provinz nach Hannover, wo der Psychopath Ben immer wieder aufkreuzt.
Die versprochene Arbeit bekommt Yella nicht.
Stattdessen begleitet sie ihren neuen Bekannten Phillip (Devid Striesow) regelmäßig zu Geschäftstreffen, um ihm mit Bilanzen auszuhelfen.
Er erweist sich als ein nicht minder emotionaler Typ, der Kohle beiseite schafft und mit Gefühlen anderer spielt.
Bald werden die beiden Liebhaber, bis ein Selbstmord alles durcheinander wirbelt…

Das größte Problem stellt überraschenderweise der sonst großartige Devid Striesow (Napola, Die Fälsche) dar, der Phillips berufliche Rolle perfekt beherrscht, die des Liebhabers aber vollkommen uninspiriert verkörpert.
Von der Eiseskälte zwischen ihm und Hoss fängt man sogar vor der Leinwand an zu frieren.
Die Hauptdarstellerin selbst scheint zwar auf den ersten Blick alles perfekt zu machen und der trostlosen Yella etwas Hoffnung zu verleihen.
Die tristen Farben und die nervtötenden, scheinbar künstlichen Naturgeräusche machen aber das Meiste zu Grunde.
Möchte man sich die gute Laune nicht verderben, kann man dieses Drama mit gutem Gewissen ruhen lassen.

Wer auf seelische Qualen und Herausforderungen steht, sollte sich hier auf viele, meist unbeantwortet bleibende philosophisch-rhetorische Fragen vorbereiten.
Das war’s aber auch schon mit der Gegenleistung für die teuere Kinokarte.

info: 2007, Deutschland, Christian Petzhold, Drama
darsteller: Nina Hoss, Devid Striesow, Wanja Muess ua.
under the influence: Der freie Wille, Elementarteilchen

5.5/10 >> Natalya Nepomnyashcha

25.9.07 15:00


KEIN BUND FÜR'S LEBEN - granz henman

Bundeswehr mal anders

Um jegliche Spannung vorweg zu nehmen: diese Klamotte ist nicht lustig. Zumindest nicht, wenn man sie sich in einem nüchternen und zurechnungsfähigen Zustand anschaut.
Sie erinnert sehr stark an Police Academy.
Jedoch nicht an die zwei mehr oder weniger gelungenen ersten Teile.
Nein, die deutsche Variante nahm sich die Folge drei aufwärts zum Vorbild.

Der Inhalt ist sehr schnell erzählt: Sechs bekloppte Idioten bewohnen die Stube 54 einer deutschen Armeeausbildungseinheit.
Ausgerechnet diese Kumpel, die einander in Dummheit immer wieder zu überbieten versuchen, müssen stellvertretend für alle Rekruten gegen eine Gastgruppe aus den USA antreten.
Die Komödie, die diesen Namen eigentlich gar nicht verdient hat, begleitet die flotten Sechs während der Vorbereitung auf den „wichtigsten Einsatz ihres Lebens“ und beschmutzt dadurch die Ehre des neuen deutschen Kinofilms, der sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit auch im Ausland erfreut.

So viel Geschmacklosigkeit in nur 1,5 Stunden zu verpacken bedarf sehr hoher Kunst.
Die Macher des Films erwarten aller ernstes, dass die Zuschauer darüber lachen, wie die Protagonisten rülpsen, die täglichen Geschäfte in der Öffentlichkeit erledigen oder sich aus Hirnlosigkeit bei einfachsten Aufgaben die Knochen brechen.
Wer’s besonders genau nimmt, könnte es als Beleidigung der Kinobesucher deuten, denen eine ungeheure Trottelmentalität unterstellt wird. Und während nur in ganz seltenen, überraschend erhellenden Momenten der eine der andere Gag schwach zündet, empört vor allem die Tatsache, dass ausgerechnet die am wenigsten witzigen Witze sogar mehrmals wiederholt werden.
Ein pechschwarzer Fleck im Lebenslauf des Hauptdarstellers Franz Dinda (Die Wolke), der zuvor so gut wie nie negativ aufgefallen war.
Sowohl er als auch seine mitleidenden Kollegen (u.a. Axel Stein) agieren lust- und leidenschaftslos; fast schon so, als wollten sie diese Peinlichkeit so schnell wie möglich herunterspielen.

Immerhin, ein paar Mal schleichen im Hintergrund ernste Untertöne vorbei.
So wird versucht, wenn auch nur unterschwellig, Werte wie Zusammenhalt, Treue oder Ehrlichkeit zu vermitteln.
Ob nun politisch korrekt oder nicht werden die Amis dumm und rachsüchtig gezeigt. Eigentlich widersprüchlich für eine Film, der die schlechtesten Hollywoodproduktionen beinahe haargenau kopiert.

Wer auf dem Niveau dieses Klamauks unterhalten werden möchte, sollte lieber die Comedy-Sendungen bei ProSieben oder Sat.1 einschalten.
Das kommt wenigstens billiger.
Ansonsten und im schlimmsten Fall: Augen zu und durch.

info: 2007, Deutschland, Granz Henman, Komödie
darsteller: Franz Dinda, Florian Lukas, Axel Stein ua.
under the influence: Police Academy, NVA

3.5/10 >> Natalya Nepomnyashcha

2.9.07 17:00


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