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Comix

ARGSTEIN Band 1 - das gesetz des waldes

So hört her und schaut auf, ihr Waldschrate!

Das erste Album rund um eine Geschichte voller Fantasie und grüner Farbe erregt Aufsehen.
Mit dem Erstlingsband Das Gesetz des Waldes wird gut vorgelegt und ein Standart gesetzt.
Das Argstein-Tal steckt voller Wunder und Gereon, der Förster des Barons, kennt sie alle.
Hier kommen seine Abenteuer.

Der alte Xaver Elch kann viele Geschichten erzählen, doch selten will sie jemand hören.
Bis auf dem kleinen Kasper, der sogar von seinem Bruder ausbüchst, um die Geschichte vom alten Baron Rupprecht von Argstein und seinen bösen Taten zu hören.
Dieser war nämlich der Jagd verfallen, fröhnte ihr jeden Tag.
Doch da gab es den goldenen Hirsch, den konnte er nicht erlegen.
Sein Förster, der getreuste Untertan, wies ihn darauf hin und der Baron brachte ihn in Rage um.
Da erschien "Der Rote", gab Rupprecht eine Freikugel im Austausch gegen seine Seele und diente fortan der ganzen Familie von Argstein.
Bis zum aktuellen Baron, der Brach den Bann und verjagte den abgrundtief bösen Roten.
Soweit die Geschichte Xaver Elchs.
Doch der kleine Kasper lauschte verbotenerweise und so kommt sein großer Bruder Lukas um ihm gehörig den Hintern zu versohlen.
Aus Angst vor dem Prügelstock läuft der Junge in den Wald, sein Bruder folgt ihm.
Doch den Wald sollte man mit Vorsicht betreten, denn hier hausen allerhand seltsame und grausame Kreaturen.
So auch die Elementaren, die die beiden auf-und angreifen um sie zu verspeisen.
Gerade im richtigen Moment taucht Gereon, der Förster, auf, zusammen mit seiner Schülerin, der Baronesse, und seinem Hund.
Er vertreibt die Moosmenschen, hütet so das Gesetz des Waldes, das besagt, dass Waldbewohner und Menschen sich gegenseitig in Ruhe zu lassen haben.
Lukas ist darüber nicht erfreut, will sich lieber rächen, ist der Meinung, dass solche Wesen den Wald nicht bevölkern dürfen.
Gefundenes Fressen für den Roten, der zurückkehrt und Lukas seine Freikugeln anbietet.
Das kommt dem tief Erbitterten gerade recht um Lynchjustiz zu üben. Damit fängt er sofort an und tötet alle Moosmenschen, was wiederum Gereon auf den Plan ruft.
Der verfolgt den neuen Freischütz, kommt aber abermals zu spät, denn einige der Keiler werden tot aufgefunden.
So wird der Zorn des Keilerkönigs erregt, der seinerseits wieder Rache üben möchte.
Der Förster muss ihn davon abhalten, macht sich auf die Suche nach Lukas um ihn seiner gerechten Strafe zuzführen.
Er kann ihn fangen, doch dann rennen die Keiler das Dorf ein und auch der Rote britt die Bühne.....

Als erstes fiel mir das schöne Covermotiv auf, mit viel Liebe gezeichnet und die Handlung repräsentierend.
Beim aufschlagen fielen ebenfalls die Sketche auf der Umschlagsinnenseite positiv auf.
Auch die Seiten sind aus schönem, stabilem Papier.
Die Bilder strotzen vor Farbe, eine willkommene Abwechslungen zu den vielen Schwarz-Weiß-Publikationen, die in letzter Zeit veröffentlicht werden.
Ein schönes "Schmankerl" stellt die Autoren- und Zeichnervorstellung dar, mit vielen interessanten Infos angereichert.
Auch das zweite Album rund um deutsche Legenden um 1800 wird angekündigt: Argstein: Der Kuss der Sennenhexe.
Da lacht das Herz!

autor: Josef Rother
zeichner:
Eckart Breitschuh
comic-label:
Ehapa Comic Collection (Deutsch)
VÖ:
2007

8/10 >> Robert Schulze
22.4.07 15:00


THE RED STAR band 1 - die schlacht vor kar dathras tor

"Kar Dathra, der Ewige"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Cross Cult -Verlag veröffentlicht das Epos rund um die Sovietrepubliken, wie man sie sich in seinen kühnsten Träumen nicht hätte vorstellen können, erstmals komplett auf Deutsch.
Riesige Heere, Zauberer und die sogenannten "Wolkenbrüter", gigantische Schiffe, dominieren den Schlachtenepos.
Ein grafisches Feuerwerk und eine unkonventionelle Story erwarten den Leser des CGI-Unterstützten Comics.
Als erstes liest man einen Brief der Zauberin Maya an ihren, vor neun Jahren verstorbenen Ehemann Markus.
Der starb bei der Schlacht vor Kar Dathras Tor, Namensgeber des ersten Bandes, der somit den ersten Teil des wiederum ersten Story-Zyklus umfasst.
Und dann besteigt die Hauptprotagonistin die Friedhofsbahn, die über die letzte Ruhestätte im Krieg verstorbener fährt.
Dieser ist nämlich so groß, dass er schwer zu Fuss zu durchqueren ist.
In der Bahn setzt sich ein Korporal, alter Veteran der großen patriotischen Krieges zu ihr.
Ihm erzählt sie die Geschichte, wie ihr Mann starb und die "Vereinigten Republiken des Roten Sterns" (VRRS) untergingen.
Man erfährt von einem Land namens Al'Istaan, das die Heimat des rebellischen Widerstandes der "Nistaani", einer Religion, darstellt.
Diese wollte man auslöschen, das sie den VRRS schadeten.
Also entsandte man ein gewaltiges Heer dorthin um den Rebellen ein für alle Male den gar aus zu machen.
Der Feldzug verlief erfolgreich, bis zu eben jener katastrophalen Schlacht vor der Pforte die man "Kar Dathras Tor" nennt.
Der Namensgeber, Kar Dathra, der Ewige, ist der Hohepriester der Nistaani, dessen Existenz aber von der Regierung der Rotsternrepubliken abgestritten wurde.
Doch als millionen der Nistaani durch eine Feuerbrunst, verursacht durch die Wolkenbrüter-Flotte, starben, erschien der gewaltige Zauberer.
Durch einen einzigen gewaltigen Zauber holt er fast alle der fliegenden Festungen vom Himmel.
Auch das Schiff auf dem Maya als eine Art menschlicher Waffe fungierte stürtzt zu Boden, wird evakuiert.
Dann sucht die verzweifelte Frau ihren Mann auf dem Schlachtfeld ihren Mann, wird von einer Panzerkommandantin, eine alte Akademie-Freundin, unterstützt.
Doch die muss verkünden das Markus Antares tot ist, knockt die Zauberin aus, weil sie verzweifelterweise noch einmal ihren Mann suchen will.
Soweit die Geschichte, wie sie die traurige Ehefrau kennt.
Neun Jahre ist jene verheerende Schlacht her, neun Jahre Trauer.
Was wirklich mit ihren geliebten Ehemann geschah, erfährt man danach: Markus war wirklich im sterben begriffen, und sollte von einer Art Todesengel geholt werden.
Doch dann entbrennt eine Schlacht zwischen dem und einem anderen Geist, der auftuacht und ebenfalls die Seele Antares fordert.
Die beiden Kämpfen erbittert mit dem Schutz ihrer Meister, die wie sollte es anders sein, jeder von einem besonderen Patriotismus für das gewaltige Reich der Roten ergriffen sind.
Und das zieht wieder in den Krieg...


Als ich das erste Mal den gewaltigen Band in der Hand hatte dachte ich: "Wow, gewaltiges Ding!"
Und als ich das erste Mal aufschlug, wurde ich direkt von den Zeichnugen überwältigt.
Doch dann sah ich diese schwarzen Randbalken, die gefallen gar nicht, dadurch können die Zeichnungen nicht richtig wirken.
Doch diese sind trotzdem schön, etwas ganz Besonderes, da sie mithilfe einer digitalen Technologie namens CGI erstellt wurden.
An Extras strotzt der Band nur so.
Den Anfang macht ein umfangreicher Epilog, der die Geschichte der Schlacht aus der Sicht der Kommandanten der "Konstantinov", dem Stolz der Wolkenbrüter-Flotte, darstellt.
Gefolgt wird dieses Intermezzo von einem sehr gut erdachten Lexikon, dass alle Begriffe, die im Band vorkamen, noch einmal klärt.
Dann kommt eine Sammlung von Skizzen zum Band zusammen mit einem Kommentar, der die Gedanken hinter der Serie klärt.
Ausserdem gibt es eine Einleitung, auch erklärend.
Auf jeden Fall mehr von dem Meisterwerk von Gossets Team.
Bleibt also nur, auf den Augst zu warten, wenn der zweite Band, Nogorka, erscheint.

autor: Christian Gosset, Bradley James Kayl
zeichner: Christian Gosset
comic-label: Archange Studios (US), Cross Cult (Deutsch)
VÖ: 2007

7/10 >> Robert Schulze
15.4.07 15:00


300

Viele Menschen denken Geld mit Comics lasse sich nur durch ein paar Klassikern wie Asterix, Lucky Luke oder Micky Maus machen



300 beweist genau das Gegenteil: In den USA avancierte er nach der Veröffentlichung zum meistverkauften Comic und hielt sich auch eine stattliche Zeit an der Spitze der Bestsellerlisten.
Auch in Deutschland erhält der Band für einen Comic eine stattliche Aufmerksamkeit.

"Das ist Sparta!"

Das erste Textfeld beinhaltet die schlichte Aussage "Wir marschieren." Dieser lakonische Ton zieht sich durch den ganzen Band, typisch spartanisch eben.
Doch dann erfährt man mehr, und zwar das man für Ruhm, Ehre und Freiheit marschiert.
Und dann wird die Vorgeschichte erklärt: Ein persischer Botschafter ritt nach Sparta und verlangte von Leonidas, dem spartanischen König, die völlige Unterwerfung Spartas angesichts des gewaltigen Heeres des Xerxes, das vor Griechenland steht.
Doch der König der Spartaner, der die Gesetze achtet (die schließen nämlich die Unterwerfung Spartas aus), stößt den Botschafter und sein Geleit kurzerhand in eine Grube.
Das bedeutet da Krieg, doch für diesen benötigt jeder König die Unterstützung der Euphoren, einer Priesterkaste.
Diese wurden allerdings von den Schergen Xerxes korrumpiert und verbieten Leonidas auszurücken, schieben das Fest der "Karnäen" als Ausrede vor.
Der König jedoch, der um das Schicksal seines Volkes weiß, würde es nicht kämpfen, beschließt eine List: Er tut einfach so, als würde er spazieren gehen, mit einer 300-Mann starken Eskorte.
Auch einen Schlachtplan hat er bereits ersonnen: Er will den dünnen Pass der Thermopylen besetzten, bei denen die eine Million Krieger Xerxes machtlos sind.
Auf dem Weg bekommt er Unterstützung von einem Heer an 4000 Arkadiern, wenigstens ein kleiner Lichtblick.
Am Kampfesplatz angekommen, sieht man wie ein großer Teil der persischen Flotte unter Blitz und Donner im Meer versinkt, die Spartaner jubeln.
Dann bricht der nächste Tag an, Kapmf steht bevor.
Der Botschafter hat nicht gelogen, die Erde bebt wirklich unter den Füßen und Hufen seiner Armee, der Armee der 100 Völker.
Doch die Kampftaktik der Spartaner geht auf: Da sie einen Wall an der Umgehung ihrer Stellung errichtet haben, müssen die Perser durch den Pass, den die Spartaner blockieren.
Doch deren Phalanx hält stand und die ersten Truppen des zwei Meter großen Gottkönigs Xerxes werden problemlos aufgerieben.
In der Nacht kommt die erste richtige Bewährungsprobe für die Spartaner: Die "Unsterblichen", Leibwache der persischen Könige, stellen ihren Namen im Kampf gegen Lakonier (anderer Name für Spartaner) auf die Probe... und versagen kläglich.
So bricht sich Angriffswelle um Angriffswelle der Perser an der spartanischen Reihen.
Bis die tapferen 300 durch Ephialtes, einen spartanischen Krüppel der von seinen Eltern vor den Ausleseverfahren von Neugeborenen gerettet wurde aber nicht bei den Spartanern kämpfen kann, verraten werden, der sie auf einem Ziegenpfad um die spartanische Phalanx herum führt.
So stirbt König Leonidas mit seinen Mannen ehrenvoll, während nur einer der 300 überlebt: Ilios, der die Geschichte des heroischen Kampfes weiter erzählt.

Die historisch verbürgte Geschichte aus den Überlieferungen Herodots wurde von Frank Miller und seiner Lebensgefährtin Lynn Varley graphisch überwältigend umgesetzt.
Die 88 Seiten um Überformat sind ein Augenschmaus im wahrsten Sinne, die Farbwahl Varley ist ausgesprochen gut gelungen und die Zeichnungen Millers sind wie immer klasse.
Textlich hat der Band dann schon weniger zu bieten, denn es gibt zwar mächtig viele coole Sprüche mit ordentlich Pathos, doch die sind wenig gehaltvoll.
In diesem Punkt findet man also nicht den von Sin City gewohnten Standart.
Trotzdem hat Miller mit seiner Frau einmal mehr erstklassige Arbeit abgeliefert.
Der Band selbst ist auch wunderbar gestaltet; markant ist das tolle Covermotiv.
Leider fehlen jegliche Extras, was man allerdings nicht Cross Cult vorhalten darf, da die durch sehr strenge Auflagen zur Umsetzung gebunden waren, den Band wirklich nur zu übersetzen.
Ein Werk der Extraklasse ist allemale entstanden.

autor: Frank Miller
zeichner: Frank Miller, Lynn Varley
comic-label: Dark Horse Comics (US), Cross Cult (Deutsch)
VÖ: 2007

8/10 >> Robert Schulze

9.4.07 15:00


SIN CITY Band 1 - stadt ohne gnade

"Es lohnt sich, dafür zu sterben. Zu töten. Zur Hölle zu fahren. Amen."

Frank Millers kongenialer Schnitzer rund um den Antihelden Marv aus der Stadt, Basin City, die niemand wirklich so nennt, sondern einfach "Sin City" , wird in den höchsten Tönen gelobt.
Kann das Gigant-Epos halten was es verspricht?

Der erste Band jedenfalls macht gewaltig Spaß.
Das erste, was man von dem Hauptprotagonisten Marv erfährt ist, dass eine Frau ihn abegschleppt hat, die er eigentlich gar nicht verdient.
Marv, der große Versager, eine taube Nuss, übersäht mit Narben, bereit zu töten wenn er es für richtig hält, schläft mit einem Engel, von dem man nicht viel erfährt, ausser dass sie duftet, wie eben Engel duften sollten.
Und ihren Namen: "Goldie. Sie sagt ihr Name sei Goldie."
Doch die findet er am Morgen, ganz verkatert vom letzten Abend, tot neben ihm im Bett vor.
Er fasst den Entschluss, die eine Frau, die sich ihm so entgegengworfen hat, zu rächen.
Die Fähigkeiten dazu hat er.
Marv, der 2 Meter große ehemalige Soldat, das Muskelpaket, haut sie einfach alle um.
Nur besonders helle ist er nicht.
Aber auch dafür hat er eine Lösung: Er fragt einfach jemand anderen, der mehr weiß als er.
Die geben auch garantiert Antworten, Marv hat seine Methoden.
Also macht sich der Killer auf, Goldie zu rächen, doch erst führt ihn sein weg zu Lucille, seiner Bewährungshelferin.
Er braucht seine "Medizin."
Dann steht ihm nichts mehr im Wege: Die vom Gegner gekaufte Polizei tötet er, genauso wie die Sicherheitskräfte, die für seine Feinde arbeiten. Jetzt braucht er nur noch seine Knarre "Gladys" und dann kann er herausfinden, wer das holde Mädchen Goldie getötet hat.
Als erstes muss er zwei Mietkiller töten, die ihm an's Leder wollen.
Ein Leichtes, und ein neuer Mantel springt für Marvin dabei auch noch raus.
Aber zu allem Übel taucht da eine Frau auf,m die aussieht wie Goldie, Marv ist wieder verwirrt (Es zieht sich wie ein roter Faden durch den Band, dass der große Typ ein Versager und nicht besonders schlau ist. Seine Verwirrung rührt von geistigen Schäden her, über die man allerdings genaueres erfährt).
Aber seine Nachforschungen bringen ihn weiter.
Von einem korrumpierten Pfarrer erfährt er, dass er zu einer Farm fahren soll, um mehr über Goldies Killer zu erfahren.
Doch was er dort findet, ist unbeschreiblich: Ein Kannibale, der sich lautlos an Marv heranschleicht, denn an den Soldaten konnte sich bisher niemand anschleichen.
Dieser Killer, der dem GI ans Leder will, heißt Kevin und ist Kannibale.
Er hat bereits Lucille eingekerkert und ihre Hand verspeist.
Doch Marv wäre nicht Marv wenn er ausbrechen könnte und auf seinem Fluchtweg ein Schlachtfeld gekaufter Bullen zurückließe, samt Lucille, die von einem der Polizisten getötet wurde.
Doch jetzt bekommt er keine Medizin mehr.
Egal, er muss zurück zu Kevin, um Goldie zu rächen.
Doch vorher trifft er die vermeintliche Goldie wieder, die eigentlich Wendy heißt und die Zwillingsschwester Goldies ist.
Die denkt, dass Marv ihre Schwester getötet hat.
Doch dieser überzeugt sie vom Gegenteil und so machen sie beide sich auf einzukaufen, man bereitet Kevins tot vor.
Und mit dem hat Marvin eine aussergewöhnlich lange Rechnung offen.
Er foltert ihn und schneidet seinen Kopf ab, lässt ihn vorher vom eigenen Hund verspeisen.
Dann muss er zu Kardinal Roark, der die Stadt beherrscht und die Fäden hinter dem Tot von Mavins Engel in der Hand hält.
Aber dann muss Marv für seine taten büßen.
Er kommt auf den elektrischen Stuhl, in der Gewissheit, das Richtige getan zu haben.

Miller beherrscht es unwahrscheinlich gut, den Marv, den er erdachte, darzustellen.
Einfach ein riesiger starker Fleischklumpen, der jedem gefährlich wird. Aber einen unglaublich vielschichtigen Fleischklumpen, einen Versager. Doch nicht irgendein Versager.
Am besten lässt sich Marv mit seiner lakonischen coolen Ausprache beschreiben: "... und die Stadt, diese grosse miese Nutte, liegt flach auf dem Rücken und bettelt darum, dass ich es ihr besorge. Und ich nehme mir sie richtig vor, und dann nochmal und sie fleht immer noch."
Eine weitere Qualität Frank Millers: Er kann verdammt hübsche Frauen zeichnen.
Die entstanden wahrscheinlich aus seiner Leidenschft zum Manga, der ihn maßgeblich inspirierte.
Er hat einen wunderbaren Zeichenstil der wie gemacht ist für Marvs Eskapaden.
Vor Extras strotzt Teil eins nur so.
Eine wunderbare, längere Einleitung von Andreas C. Knigge ( u.a. Herausgeber von Comixene) indem er wunderbar klar die Vorgeschichte des Hard-Boiled Genres, dem Sin City angehört, erklärt und dabei fast ein wenig philosophisch wird.
Auch klärt er über die Vorgeschichte Millers auf und lässt persönliche Erfahrungen mit ihm, die beiden kennen sich seit vielen Jahren, enfließen.

Abgeschlossen wird der Band durch eine Coversammlung der Originalhefte, die zwischen 1991 und 1992 erschienen sind.
Cross Cult hat ebenfalls großes Lob verdient.
Erstens, natürlich, für die wieder einmal wunderbare Aufmachung des Bandes, zweitens, und dass wird viel zu selten gesagt, geht ein Dank an CC dafür, dass sie die wunderbare Serie auf Deutsch veröffentlichen.

autor: Frank Miller
zeichner: Frank Miller
comic-label: Dark Horse Comics (US), Cross Cult (Deutsch)
VÖ: 2006 

9/10 >> Robert Schulze

8.4.07 15:00


THE WALKING DEAD Band 2 - ein langer weg

Die Gemeinschaft befindet sich auf dem Weg

Doch auch wie im ersten Band steht am Anfang ein kleiner Rückblick: Man erfährt, was in jener rätselhaften Nacht, von der schon in Band 1 gesprochen wird, zwischen Shane und Lori vorgefallen ist.
Die beiden stehen mit dem Auto ausserhalb von Atlanta, können nicht rein, weil die Nationalgarde bereits alles abgeriegelt hat.
Dann schläft Carl, der Sohn Loris und Ricks, ein und Shane und Lori fallen übereinander her. Im Rausch gesteht Shane, Ricks bester Freund und längjähriger Arbeitskollege, dass er sich schon lang Sex mit Lori wünscht. Szenenwchsel: Man trauert um Shane, besonders Rick geht das sehr zu Herzen.Daraufhin wird Rick der neue Anführer der Gruppe, soll sie vor den überall lauernden Gefahren bewahren. Er beschließt, dass das Alte Heim nicht mehr sicher genug ist und lässt die Gruppe aufbrechen. Sie suchen nach einem neuen zu Hause weit abseits der Stadt, in der es von Untoten wimmelt. Somit bewegen sie sich über verlassene Straßen und treffen überraschend auf Verstärkung: Tyreese, seine Tochter und deren Freund stoßen zu der Gruppe. Vor allem der große Tyreese als ehemaliger Footballer und Türsteher kann die Gruppe tatkräftig unterstützen. Er bekommt auch eine Hauptrolle, indem er Rick bei seiner schwierigen Aufgabe, die Gruppe zu leiten, tatkräftig unterstützt. Nachdem die Überlebenden eine größere Strecke zurück gelegt hatten finden sie eine verlassene Siedlung namens 'Wilshire Estates'. Die Moral steigt und alle freuen sich, nicht mehr im Wohnmobil leben zu müssen. Ausserdem haben die Flüchtigen jetzt wieder genug Nahrung. Sie verbringen die Nacht dort doch im Glücksrausch übersehen sie ein verschneites Schild mit der Aufschrift: "All dead. Do not enter![Alle tot. Nicht betreten!]". Somit hat die Gruppe am nächsten Morgen ein großes Problem und muss Hals über Kopf flüchten. Ausserdem herrscht immer noch Nahrungsmangel unter den tapferen Helden und für Allen kommt ein harter Schicksalsschlag: Seine Frau Donna stribt bei der Flucht. Doch wie soll es jetzt nur weitergehen? Für Rick kommt ein erneutes Unglück: Beim Jagen wird sein Sohn von einem anderen, im Wald jagenden Menschen angeschossen.
Sie bringen den Jungen zur Farm, auf der der Unglücksjäger lebt.
Dort entsteht neue Hoffnung: Ricks Sohn kommt wieder zu Kräften und die Gruppe kann sich gehörig satt essen.
Auf dem Bauernhof entstehen süße Banden zwischen Glen und einem Mädchen dass er dort kennen lernt. Doch auch aus diesem "Paradies" muss die Gruppe fliehen.
Sollte das das Ende sein?

Robert Kirkman hat die Geschichte souverän weitergeführt.
Auch im zweiten Band kommt keine Langeweile auf, im Gegenteil - man wird durch unerwartete und spannende Wendungen der Handlung immer zum Weiterlesen angeregt.
Hier übernimmt Adlard die Zeichnungen und Rathburn die Grautöne, doch liegt kein großer Stilbruch vor - die beiden Stile ergänzen sich, gehen nahezu fliessend ineinander über.
Als "besonderes Leckerlie" hat der Band eine Fortführung des hochinteressanten Zombie-Guides aus Band eins, sowie eine Leseprobe aus B.U.A.P. zu bieten, einer Spin-Off-Serie von Hellboy.
Dabei handelt es sich um einen achtseitigen Auszug aus Band 2, wo man etwas über die Arbeit der vier Agenten der "Behörde zur Abwehr paranormaler Erscheinungen" und bekommt richtig Lust, auch diese Serie vollständig und in Farbe zu lesen.
Auch hier wieder eine saubere Verarbeitung und ein wunderbares Covermotiv von Tony Moore. Man sieht einen Mann im Schnee, sich allein durchkämpfend, im Vordergrund abermals die obligatorischen Untoten. Storytechnisch ist der zweite Band noch besser geraten als Nummer eins, es gibt bei weitem keine Ungereimtheiten mehr wie dies im ersten Band der Fall war.
Kirkman fängt an den Figuren die dritte Dimension zu geben, sie brechen aus dem Schema aus, dass sie noch im ersten Teil fesselte und fangen an, für den Leser greifbar zu werden.
Nun legt der Autor seine Karten, seine Fähigkeiten offen und beeindruckt den Leser mit einer unglaublich gut erdachten Story und unglaublich interessanten, unerwarteten Wendungen, die plötzlich eine andere Atmosphäre entstehen lassen und den Leser fesseln, ihn süchtig machen noch eine Seite und noch eine Seite zu lesen, bis er überrascht feststellen muss, dass er bereits am Nachwort angekommen ist.
Eine grandiose Leistung und ein Meilenstein für das Zombie-Genre!

autor: Robert Kirkman
zeichner: Charlie Adlard, Cliff Rathburn
comic-label: Image Comics (US), Cross Cult (Deutsch)
VÖ: 2006

8.5/10 >> Robert Schulze
8.4.07 15:00


CIVIL WAR 1

Collateral Damage

Das juvenile Superheldenteam New Warriors befindet sich in Stamford, im Bundesstaat Conneticut, bei einem wichtigen Einsatz.
Sie wollen eine Gruppe von untergetauchten Superschurken einfangen – marketingtreu und mit viel Publicity im Fernsehen für ein Millionenpublikum übertragen, da die Gruppe über eine eigene Reality-Show verfügt, in der sie kleine Fische für die Zuschauer einfangen und dingfest machen.

Zwar macht sich Skepsis bei den jungen Helden breit, doch sie werden unglücklicherweise erkannt, sie fliegen auf - ihnen bleibt nichts anderes übrig als zuzuschlagen.

Nun, hier macht die Gruppe einen erheblichen Fehler – die Schurken, besonders einer von ihnen, offenbaren ein weitaus explosiveres Potenzial als gedacht: Nitro, ein lebender Sprengkörper, detoniert sich wirkungsvoll selbst in die Luft, unmittelbar von einer Schule entfernt.

Der Einsatz endet in einem Desaster.
Über 600 Zivilisten, darunter viele Kinder in der nahliegenden Umgebung, werden ausgelöscht.
Auch für die Warrios endet der Vorfall desaströs – 3 Mitglieder haben nicht überlebt, mussten ihr Leben lassen, sind tot - alle bis auf Speedball, der im Zuge der Explosion 200 Meilen weit fortgeschleudert wird.
Speedball landet auf einer Farm, und wird vom Inhaber und einem Polizisten gefunden – auch sie bleiben nicht lange am Leben.
Durch seine kinetischen Kräfte entladet sich Speedball willkürlich vor den Augen der beiden Menschen.
Im Zuge dieser weiteren Explosion müssen auch diese beiden Menschen sterben, Speedball`s Leben hängt selbst am seidenen Faden...
Anschließend treffen sich viele bekannte Gesichter und Heroen in Stamford, um Verletzte zu bergen, und eventuelle Überlebende ausfindig zu machen...

Szenenwechsel - Human Torch, ein Mitglied der berühmten Superheldenfamilie Fantastic Four, wird bei einem Clubbesuch von Passanten zusammenschlagen, die ihn für die schreckliche Tat verantwortlich machen, obwohl dieser unbeteiligt war.
In der Zwischenzeit treffen sich viele bekannte Superhelden wie Spider-Man und die X-Men, um über die neue Situation zu debatieren - was wird passieren, auf welcher Seite wird jeder Einzelne von ihnen stehen? Pro oder Contra?

„We should cooperate now, before it gets ugly.”

Captain America, Galionsfigur und amerikanische Ikone der Superhelden, sieht sich in einem inneren Konflikt: Die Regierung duldet die Superhelden nicht mehr als solche – alle Maskenträger müssen sich laut einem neuen Gesetzesbeschluss registrieren lassen, ihre Identität preisgeben und zukünftig im Auftrag der Regierung operieren.
Alle Helden, die sich gegen eine solche Registrierung aussprechen, gelten als Gesetzesbrecher und werden ohne Ausnahme verfolgt.
Die Nerven liegen blank – Captain America wird selbst zum Gegener der Registrierung und wird zum Abtrünigen.
Das globale Klima beginnt sich zu ändern.

Der Bürgerkrieg hat begonnen

Ein solches brisantes und hochpolitisches Event hat es in diesem Ausmaß in der Welt der Comics noch nie gegeben.
Comicweit betritt Civil War vollkommenes Neuland – und wird damit ungemein realistisch, in einer Zeit, in der Krieg, Hass und Intoleranz die globalen Medien dominieren.
Zum ersten Mal sehen sich die kostümierten Helden nicht im Kampf mit gesetzesbrechenden Schurken – sie sind es selbst, die als Verbrecher hingestellt werden, die über dem Gesetz stehen, weil sie in ihrem Heldendrang die Kollateralschäden vergessen und nicht beachten.
Die Regierung, vor allem aber die Leute auf der Straße, tolerieren diesen "Sonderstatus" nicht mehr – mit dem Stamford-Ereignis kam das Fass zum Überlaufen - 9/11 lässt Grüßen.
Besonders S.H.I.E.L.D, eine besondere Polizeieinheit, die sich auf Metawesen spezialisiert hat, hat vermehrt die Augen auf sie gerichtet.

"Angst haben wir alle. Der Unterschied liegt in der Frage: wovor?" (Frank Thieß...)

Die erste deutsche Ausgabe von Civil War gibt den Startschuss für die kommenden Monate, in denen sich vieles verändern wird: Helden werden zu Schurken, Schurken werden zu Helden, die Situationen werden sich immer mehr zuspitzen.
Autor Mark Millar versucht viele Positionen zu verdeutlichen, viele Gesichter und Meinungen zu portraitieren, ihre Sicht der Dinge zu erzählen.
Mit Steve McNiven als Bleistiftschwinger, ist dieses Heft unglaublich dynamisch und detailreich gezeichnet - eine wahre Augenweide.

Civil War ist keine gewöhnliche Story, in der sich kostümierte Maskenträger mit kosmischen Weltenverschlingern oder Erzschurken herumplagen müssen - sie müssen sich den Menschen stellen, die sie eigentlich beschützen wollen, für die sie tagtäglich ihr Leben riskieren.
Ein Event, der noch lange nachhallen wird und der amerikanischen Comic-Szene einen gehörigen Push gab.
Keiner wird verschont bleiben.

autor: Mark Millar, Paul Jenkins
zeichner: Steve McNiven, Steve Lieber
comic-label: Marvel Comics (US), Marvel Deutschland/Panini Comics (Deutsch)
VÖ: 2007

9/10 >> Daniel Gilic

25.3.07 15:00


CIVIL WAR prolog

The road to Civil War

Um die zukünftigen stattfindenen Geschehnisse besser zu verdeutlichen, reisen wir in diesem Prolog in die Vergangenheiten von verschiedenen Eckfiguren des weltbekannten Marvel-Universums.

Wir werden Zuschauer von geheimen Treffen von Charakteren, die über Pläne diskutieren und entscheiden werden, die sich zukünftig noch als sehr wichtig und gravierend im Leben der Superhelden und ihrer Mitmenschen auswirken werden.

Die Illuminaten werden gegründet – natürlich geheim.
Der industrielle Denker und
Wissenschaftler Tony Stark aka Iron-Man, der Magier Dr. Stephen Strange, Prof. Charles Xavier, mächtigster Telepath & Leiter der Mutantengruppe X-Men, Mr. Fantastic alias Dr. Reed Richards, Wissenschaftler und Mitglied der Fantastic Four, der mächtige Inhuman Black Bolt, dem es verboten ist, zu Sprechen, geschweige einen Laut von sich zu geben (ein einziges Wort würde die gesamte Erde zum Erbeben bringen.)
Namor der Sub-Mariner, König der Unterwasserwelt Atlantis, und der Black Panther, König von Wakanda, einem afrikanischen Staat.
Ziel des ersten Treffens ist es, sich bewusst zu machen, dass die versammelten Helden weitgreifend operien müssen, dass sie sich gegenseitig unterstützen, um Kriege und Angriffe von Schurken oder außerirdischen Superwesen besser entgegenzutreten.
Große Opfer sollen so vermieden werden.
Diese Idee, angeführt von Iron-Man, stösst auf Protest – wer soll das Geschehen aller Helden leiten...können?
Der bessere Informationsaustausch zwischen den Gruppen wird aber von allen Anwesenden wohlwollend aufgenommen – bis auf Black Panther, der von solch totalitären Absichten nichts hält.
Die Illuminaten sind geboren, und versprechen sich, alle Jahre erneut zusammenzufinden.

Doch es bröckelt, die Mitglieder spalten sich - bereits beim zweiten Treffen endet es in einer Auseinandersetzung zwischen Iron-Man und Namor, weil dieser nicht damit einverstanden ist, den Hulk (eigentlich Bruce Banner, den ein Gammabomben-Unfall zum Hulk werden ließ...), ins All zu schicken, damit dieser nicht einschätzbare Riese keine Gefahr mehr für die Bevölkerung darstellt.
Einige Jahre später, nach diesem Treffen, ist das Ansehen der Helden ins Bodenlose gesunken – durch einige folgenschwere Vorfälle stehen die Menschen ihnen skeptischer und ängstlicher gegenüber als jemals zuvor.
Die Illuminaten sind Geschichte...

Als Leser wird man vor den Kopf gestossen - die Helden, die man schon seit seiner Kindheit kannte, sind plötzlich anderer Meinungen, streiten sich, stimmen gegeneinander ab?
Natürlich ist das nicht neu, schon mal vorgekommen - aber da diese Treffen der schillernden Charaktere geheim ist, bekommt die Geschichte einen etwas anderen Schwerpunkt.
Das geheime Treffen der Illuminati wird wirkungsvoll und schön stimmig von Alex Maleev illustriert, das vorwiegend schmutzig gehaltene Artwork passt hervorregend zum Sprung in die Vergangenheit bis zur Gegenwart.
Die zweite Geschichte in diesme Heft passt nicht wirklich mit der ersten Story zusammen, da hier ein Avengers-Einsatz (die mächtigsten Helden der Erde im Team) und eine Hochzeit von zwei Teammitgliedern zu sehen ist, der für den Civil War wahrscheinlich keine Folgen haben wird.

autor: Brian M. Bendis
zeichner: Alex Maleev, Olivier Coipel
comic-label: Marvel Comics (US), Marvel Deutschland/Panini Comics (Deutsch)
VÖ: 2007

6/10 >> Daniel Gilic

25.3.07 15:00


PRINZ EISENHERZ Band 1 - jahrgang 1937/1938

Prinz Eisenherz oder die Sage vom singenden Schwert

Harold Foster hat vor nunmehr siebzig Jahren begonnen, sein Lebenswerk zu zeichnen: Prinz Eisenherz wird von vielen Kritikern als eines der Jahrhunderwerke und die Geburt des Abenteuercomics betrachtet.
Endlich einmal hat sich ein Verlag, der junge Bocola Verag nämlich, an die Arbeit gemacht, alle 1788 Seiten von Foster selbst gezeichneten Prinzen, aufzuarbeiten und als Gesamtausgabe komplett herauszubringen.

Der junge Prinz von Thule, so der Titel Eisenherz, ist ein Heissporn, der sogar Prinz Artus zu beeindrucken weiss.
In dessen Zeit spielt der Comic nämlich, wie man auch unschwer an dem Balken über jeder einzelnen Seite, also jedem Strip, erkennen kann: "Prince Valiant - In The Days Of King Arthur."

Auf den ersten Seiten erfährt man, wie Eisenherz mit seinem Volk und seinem Vater, dem König von Thule, nach Britannien kam, wo sie lebten und wie Eisenherz dort seine Kindheit verbrachte.
Per Schiff landete der König mit seinem kleinen Volk not und traf sofort auf Einheimische, die ihm feindlich gesonnen waren.
Ein erstes Mal kann er sie in die Flucht schlagen, doch beim zweite Kampf muss der König mit seinen Mannen kapitulieren und im Exil, also in einer Sumpflandschaft, dem Fennland, hausen.
Doch da ist das leben alles andere als rosig: Es gibt riesige prähistorische Ungeheuer wie Riesenschildkröten und gigantische Krokodile.
Alles das schreckt aber den jungen Prinzen nicht ab, im Sumpf auf Jagd zu gehen und so die kleine befestigte Siedlung seines Volkes zu versorgen.
Doch bald besteht er größere Abenteuer - er wird von einem Mann angegriffen, einem "Ungeheuer", den er daraufhin fast totschlägt, doch dann zu heilen beginnt, als er erkennt, dass der Angreifer ein Mensch ist.
Dieser Mann, ein Krüppel, sollte Eisenherz zu seiner Mutter führen: Eine Hexe, die die Gabe besitzt, in die Zukunft zu schauen.
So sagt sie ihm voraus, dass er gegen viele Ungeheuer kämpfen muss, Artus treffen wird und das ihn sein grösstes Leid noch bevor steht.
Und dass soll auch geschehen, denn bei seiner Ankunft im Dorf muss der kleine Kämpen feststellen, das seine eigene Mutter tot ist.
Einzig und allein diese traurige Stimmung kommt nicht gut rüber.
Doch wie dem auch sei, der resignierte Junge verlässt die Sümpfe und beschließt Ritter zu werden.
Er fängt sich ein Pferd und bastelt sich eine Ausrüstung.
Durch seine Unerschrockenheit weißt Eisenherz Sir Gawain, einen Ritter der Tafelrunde, zu beeindrucken und wird sein Knappe, nachdem ihn Gawain nach Camelot, der Stadt der Wunder, geführt hat.

Hal Foster beschreibt in seinen ersten 98 Strips den Werdegang des Prinzen.
Jeder Strip stellt eine Seite und eine Episode für sich dar, was die Storyline sehr übersichtlich und klar gegliedert macht
Vor allem Fosters detaillierte Zeichnungen und die interessante Farbwahl wissen zu beeindrucken.
Bocola ist es zu verdanken, dass wir se Farben so originalgetreu bewundern dürfen - der Verlag hat sich an die Sisyphos-Arbeit gemacht, alle Seiten digital zu rekonstruieren, was mitunter ein halbes Jahr dauern kann, wenn man die Zeitspanne zwischen Erscheinungsdatum des ersten und des zweiten Bandes betrachtet.
Doch dafür hat man ein dem Original verblüffend ähnlichen Eisenherz, der nicht in Farben erstrahlt, die 1937/38 kein Verlag hätte drucken können. Auch die Haptik des Bandes ist wunderbar, wenn man die Optik alter Bindetechniken auf dem Buchrücken weggelassen hätte.
Das macht den Band etwas kitschig.
Weiterhin ist dem Verlag die wunderbare, 10-seitige Einleitung zu verdanken, in der man kurz und knapp wahnsinnig viele Infos zum Comic und zum Meister höchstpersönlich erhält.
Darin sind zum Beispiel Cover von älteren Eisenherz-Veröffentlichungen zu sehen, sowie deren Geschichte und Hintergründe.
Auch erfährt man, warum Foster mit Eisenherz begann und Tarzan weglegte: Er wollte einfach eine eigene Idee verwirklichen und nicht die eines anderen illustrieren.
Wichtige Entstehungprozesse des Comics werden erklärt und das Foster mitunter mehr als 55 Stunden (!) brauchte, um einen Strip fertig zu stellen und somit keine Zeit für andere Projekte hatte.
Auch über den Film aus dem Jahre 1953 wird gesprochen - und wie sehr dieser missglückt ist.
Weiterhin wird das Gerücht negiert, dass zuerst Eisenherz auf Schwarz-Weiss erschienen sei.
Zuguterletzt erfährt man interessante Informationen zur Verlagsarbeit und den aufwändigen digitalen Restaurationsarbeiten.

Foster hat wahrlich einen Meilenstein gelegt, der auch, bis auf Kleinigkeiten am Einband, würdig umgesetzt wurde.
Glücklicherweise lässt endlich ein Verlag dieses gloriose Werk komplett auferstehen.

autor: Harold Foster
zeichner: Harold Foster
comic-label: Bocola Verlag (Deutsch)
VÖ: 2006

8,5/10 >> Robert Schulze

27.3.07 16:00


POPEYE (gebundene ausgabe)

"He du da, bist du´n Seemann?
Seh ich etwa aus wie´n Cowboy?"

Beim Namen Popeye denkt man sofort an den staksigen Spinat fressenden Seemann aus dem Fernsehen, der, immer wenn er die grüne Speise verzehrt hat, zu einer Art Superhelden wird, der mit seinen Muskeln selbst den stärksten Mann zu Boden bringt.
Doch der Mare Buchverlag zeigt - es geht auch ganz anders: Zusammen mit Übersetzterin Ebi Naumann hat man sich daran gemacht, den 'Ur-Popeye' seines Vaters Elzie Chrisler Segar neu zu übersetzten.

Dabei kam ein überwältigender Band heraus, alle Tages- und Sonntagsstrips von 1929-1938 beinhaltend.
Und da erfährt man von einem ganz anderen Popeye, als den, den man aus der Trickfilmserie oder späteren Comic-Veröffentlichungen kennt.
Der ist zwar auch staksig und hat eine reichlich komische Erscheinung, doch hat er einen Charme und einen Witz, den ihm niemand außer Meister Segar selbst geben konnte.
Mit seiner ganz eigenen Philosophie hat er eine ganze Generation beeindruckt.
Seine Kraft, also 100%ig zuverlässiges Glück, bezieht er aus einer besonderen Vogelart: Einem "Giggelhuhn."
Das macht nicht nur den ganzen Tag "Giggel", daher der Name, sondern beschert auch besagtes Glück, wenn man die drei Haare auf seinem Kopf rubbelt. Mit dessen Hilfe hält der Wettergegerbte Matrose auch 16 Treffer aus nächster Nähe aus einem Revolver aus.
Auch sonst wimmelt der Band von schrägen Kreaturen - da ist zum Beispiel das "Seeweib" der das Geisterschiff "Schwarze Bernikel" gehört. Die will Kastor, Popeye und einem Polizisten, den Popeye mehrmals mehrmals ausgeknockt hat und der ihm nun ohne Unterlass folgt, umbringen, weil sie unerlaubt ihr Schiff betreten haben.
Auch gibt es den "Zockerkönig", der auf der Zockerinsel "Zorkum" vor der afrikanischen Küste zu Hause ist.
Der ist hinter Bernice, dem Giggelhuhn, dass eigentlich Popeyes Kapitän Kastor ÖL gehört, her, um sich mit Hilfe des Vogels zu bereichern und seine Kasino-Gäste weiter auszurauben.
Popeyes Vater Poopdeck Pappy gehört auch zu solcherei Kreaturen, die einfach genial erdacht sind - so kann der Greis mit 99 noch ordentlich austeilen, und tut das auch.
Dabei ist das ganze in Deutschland Novität: Alle, bis auf ein paar Strips, waren noch nie in deutscher Sprache erhältlich. Gut, dass sich endlich einmal ein Verlag der Arbeit angenommen hat, und uns dieses wunderbare Meisterwerk "schenkte."
Die einzelnen Tages- und Sonntagsstrips sind zu zusammenhängenden Kapiteln, die jeweils einen Geschichtskomplex darstellen, zusammengefasst, die alle recht lustige Bezeichnungen tragen wie "Das Seeweib seine Schwester" und "Das achte Weltmeer" tragen.
Schon allein äußerlich ein großartiger Augenschmaus: Die Aufmachung des Bandes, mit dem minimalistischen Design und dem grünen Rücken.
Allein der Einband hätte ein klein wenig stärker sein können, dann liegt das Buch mit seiner großen Last nicht gar so elastisch in der Hand. Trotzdem bekommt man ein reichlich erhabenes Gefühl wenn man so einen Wälzer sein Eigen nennen kann.
Extras gibt es auch eine Menge: Den Anfang macht "Eine Offenbarung" von Art Spiegelman (u.a. "Maus"...) in der er Popeye und seinen Schöpfer lobt. Da warnt er den unwissenden Leser, der sein Bild vom Seefahrer durch das Fernsehen erhalten hat, dass derjenige sich auf eine Offenbarung gefasst machen solle, weil der erste Popeye vollkommen unterschiedlich ist.
Dann ein Vorwort von Bill Blackbeard in der er die Enstehung Popeyes erklärt. Ein sehr originelles Feature ist die Popeye-Lesehilfe die jedem, der nicht unbedingt des Norddeutschen mächtig ist, ein klein wenig bei seiner Redensart unter die Arme greift.
Hintendran gibt es nochmal die Enstehungsgeschichte aus Sicht der Autorin, illustriert mit Fotos vom Erfinder höchstpersönlich und besonderen Passagen aus den Strips, die Popeyes besonderen Charakter unterstreichen, zudem wird jedes der Kapitel wird durch einen kleinen, feinen und humorvollen Spruch beendet und so anbgerundet.

Die wunderbaren Geschichten Segars, gepaart mit seinen Zeichnungen, kommen in der wunderbaren Aufmachung dieses Bandes bestens zur Geltung.
Eine erstaunliche Meisterleistung, mit unbedingter Kaufempfehlung

autor: E.C. Segar
zeichner: E.C. Segar
comic-label: Mare Buchverlag (Deutsch)
VÖ: 2006

9.5/10 >> Robert Schulze

25.3.07 15:00


THE WALKING DEAD Band 1 - gute alte zeit

Time of the dead

Im ersten Band von The Walking Dead wird man knallhart in ein alternatives Amerika versetzt: Die Untoten erheben sich, marschieren und löschen alle bis dahin gekannte Zivilisation aus.

Das bisher gekannte Amerika existiert nicht mehr.
Man weiß nicht einmal mehr, ob es noch eine Regierung gibt.
Auch Europa soll es erreicht haben, doch da es kein Fernsehen, Internet und auch Radio mehr gibt, ist auch dies ungewiss.

In dieser Kulisse erwacht der Kleinstadtpolizist Rick Grimes aus einem mehrwöchigen Koma.
Auf der ersten Seite der Handlung erfährt man kurz aber informativ die Umstände, unter denen Rick in dieses Koma fiel: Auf Verbrecherjagd mit seinem Kumpel und Kollegen Shane wurde er angeschossen und fiel darauf in die Bewusstlosigkeit.
Danach versucht er sich im verlassenen Krankenhaus zurechtzufinden und wird von einer Horde Untoter überrascht.
Er weiß gar nicht wie ihm geschieht und kann nur Hals über Kopf fliehen. Aus diesem anfänglichen Schock entflieht er und versteht die Welt um sich herum nicht mehr - was war nur während seines Komas passiert? Doch es bleibt keine Zeit nachzudenken.
Rick bekommt einen zweiten, viel größeren Schock, als er durch seine kleine Heimatstadt wandert, auf dem Weg nach Hause: Seine Familie ist verschwunden!
Also macht er sich auf den Weg nach Atlanta um seine Frau und sein Kind, die dort bei Ricks Schwiegereltern Zuflucht suchen wollten, zu finden und zu retten.

Der erste Band von The Walking Dead bleibt mit vielen interessanten Wendungen bin zum Ende hin spannend.
So lässt Autor Robert Kirkman auch wichtige Protagonisten sterben, was der Geschichte keineswegs abträglich ist.
Im Gegenteil - alles wird dadurch spannender.
Auf den Ausflügen Ricks, um Nahrung zu beschaffen oder Feuerholz zu sammeln, hält man immer wieder den Atem an.
Hinter jeder Ecke könnte eines dieser Monster lauern, oder schlimmer: eine ganze Horde!
Dabei bemerkt man fast gar keine Übergange zwischen den Einzelheften, die hier in der deutschen Ausgabe zusammengefasst wurden.
Kirkman hat die die Materie auf eine neue Weise umgesetzt - es ist ihm gelungen in einem Subgenre, das eigentlich aus viel Blut und Schlachterei besteht, ein spannendes und gehaltvolles Werk zu schaffen. Nach eigener Aussage will er herausfinden, wie Menschen in solcherlei Extremsituationen, wie dem Verlust der kompletten Zivilisation, reagieren. Dabei verarbeitete er in den Charakteren hauptsächlich seine eigenen Reaktionen.
Der Band ist in gewohnter Cross Cult-Manier im A5-Format, sauber verarbeitet und Ansprechend im Design.
Als Extras hat der Comic ein Vorwort vom Autor selbst und zwei Interwievs mit Kirkman und Tony Moore, der dort noch alle Zeichnungen übernahm. So verrät Kirkman die wie ein The Walking Dead-Heft entsteht und wie er überhaupt auf die Idee gekommen ist, die Serie zu schreiben.
Ausserdem winkt der erste Teil des "Zombie-Guides", der einige Interessante Infos zu der Materie bietet.
So werden in dieser Ausgabe Zombie-Filme beschrieben, die meisten der Filme sind bereits zum Klassiker avanciert.
Eines hat mir jedoch nicht gefallen: Es gibt einige kleine Zufälle in der Geschichte die einfach nicht passen.

autor: Robert Kirkman
zeichner: Tony Moore, Charlie Adlard
comic-label: Image Comics (US), Cross Cult (Deutsch)
VÖ: 2006

7/10 >> Robert Schulze

18.3.07 15:00


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